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AlixPartners-Studie Politisch exponierte Personen werden zum Hochrisikofaktor für Banken und Unternehmen (FOTO)

Nachrichtenagentur: news aktuell
15.04.2019, 15:40  |  324   |   |   
München (ots) -

- Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist
abrufbar unter http://www.presseportal.de/bilder -

- Wirtschaftsverbrechen mit Bezug zu ausländischen Politikern oder
ihrem Umfeld nehmen auch in Deutschland drastisch zu
- Allein in Deutschland werden mutmaßlich mehr als 100 Milliarden
Euro jährlich gewaschen; global sind es bis zu 2 Billionen
US-Dollar
- Banken und Unternehmen kämpfen damit, betroffene Politiker und
ihre Verbindungsleute schnell zu identifizieren und deren
Geschäfte richtig zu überwachen
- Deutscher Immobiliensektor lockt Geldwäscher aus dem politischen
Umfeld an - 15 bis 30% aller kriminellen Vermögenswerte sind in
Immobilien investiert

Die Panama Papers haben 2016 aufgedeckt, dass 140
Staatsoberhäupter, ihre Ehepartner, Minister und andere gewählte
Offizielle aus mehr als 50 Ländern Verbindungen zu Offshore- bzw.
Briefkastenfirmen in 21 Steueroasen haben. Der Skandal verdeutlicht
eindrucksvoll: Politisch exponierte Personen (PEPs) stellen für ihre
Geschäftspartner und Banken eine Hochrisikogruppe in Sachen
Wirtschaftskriminalität dar. Dieses Phänomen hat sich seitdem noch
verstärkt. Mithilfe von Familienangehörigen und Mittelsmännern
verwalten korrupte Politiker - häufig aus Schwellenländern - viele
Milliarden Euro an Schwarzgeld. Es geht um Veruntreuung, Bestechung,
Sanktionsumgehungen und Geldwäsche. Briefkastengesellschaften und
andere Konstrukte helfen dabei, die Verbindung zu Politikern zu
verbergen. Werden global bis zu 2 Bio. US-Dollar jährlich gewaschen,
so gilt für Deutschland ein Volumen von mehr als 100 Mrd. Euro als
wahrscheinlich. Ein substanzieller Anteil steht in Verbindung mit
Politikern und deren näherem Umfeld. Dabei gibt es eine hohe
Dunkelziffer von bisher noch nicht identifizierten Finanzströmen, die
über ausgeklügelte und international weit verzweigte
Geldwäschesysteme auf deutschen Konten, in Unternehmen oder im
deutschen Immobiliensektor landen.

Das sind einige der zentralen Ergebnisse der aktuellen "Financial
Crime involving Political Exposed Persons"-Studie von AlixPartners.
Die global agierende Beratung führte eine Clusteranalyse der weltweit
bekannten Fälle aus dem Umfeld politisch exponierter Personen durch
und zeigt Möglichkeiten der zielgerichteten Prävention,
Identifikation und Abwehr von Verdachtsfällen im politischen Umfeld
auf.

Das gewaschene Geld bedeutet ein enormes Compliance-Risiko für die
involvierten deutschen Unternehmen und Finanzinstitute. Denn die
staatlichen Behörden intensivieren weltweit die Verfolgung und
Sanktionierung solcher meist grenzüberschreitender Vergehen. Um
verdächtige Transaktionen proaktiv zu identifizieren und den
Aufsichtsbehörden zu melden, müssen Politiker und ihnen nahestehende
Personen konsequent identifiziert und Geschäfte aus ihrem Umfeld
lückenlos überwacht werden.

Aktives Risikomanagement durch Screening der Kundenbasis auf
PEP-Status

Darüber hinaus verdeutlichen die Antworten der von AlixPartners im
vergangenen Jahr befragten Finanzmanager und Compliance-Experten von
372 Finanzinstituten aus 71 Ländern die strategische und operative
Dringlichkeit dieses Themenkomplexes. So klassifizierten 72% der
Befragten die PEP-Identifikation als besonders wichtig und zugleich
"sehr bzw. ziemlich herausfordernd". "Die größte operative wie
strategische Aufgabe für Banken und Unternehmen besteht darin, ihre
Kundenbasis rechtzeitig und genau auf einen möglichen PEP-Status hin
zu untersuchen. Besondere Vorsicht gilt bei Geschäftstransaktionen
mit Tarn- und Briefkastenfirmen, insbesondere dann, wenn Kunden aus
Regionen oder Industrien in die Geschäfte involviert sind, die für
Korruption besonders anfällig erscheinen. Dazu gehören insbesondere
die Bauwirtschaft, der Bergbau, die Waffen- und
Verteidigungsindustrie, Energieerzeugung, der Einkauf der
öffentlichen Hand, der Gesundheitssektor und nicht zuletzt die
Finanzwirtschaft", so Dr. Veit Bütterlin, Co-Autor der Studie und
Investigations- sowie Geldwäsche-Experte bei AlixPartners. "Wenn es
nicht gelingt, die mit politisch exponierten Personen verbundenen
Geschäftsrisiken aktiv zu managen und zu adressieren, kann das eine
erhebliche strukturelle Gefahr für die beteiligten Finanzinstitute
und Unternehmen darstellen. Neben größeren finanziellen Risiken
aufgrund von behördlichen Strafen und Zwangsmaßnahmen drohen auch
erhebliche Reputationsschäden."

Zukunftsfonds durch weitverzweigte Finanz- und Firmenkonstrukte
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