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Daimler Verdacht auf neue Abgasmanipulation / Nach Berichten von "SPIEGEL Online", "Focus" und der "Bild am Sonntag", rutscht Daimler immer tiefer in den Abgasskandal

Nachrichtenagentur: news aktuell
15.04.2019, 19:00  |  311   |   |   
Lahr (ots) - Der "SPIEGEL" titelt gar vom Betrug nach dem Betrug.
Hintergrund der Berichterstattung ist ein weiteres formelles
Anhörungsverfahren, welches das Kraftfahrtbundesamt (KBA) gegen
Daimler eingeleitet hat.

Bereits zu Beginn des vergangenen Jahres war das KBA auf fünf
illegale Abschalteinrichtungen in der Software vieler
Daimler-Dieselmotoren aufmerksam geworden. Über 750.000 Fahrzeuge
sollten weltweit in die Werkstätten zurückgerufen werden, um diese
Betrügereien mit einem Softwareupdate zu beseitigen.

KBA-Experten entlarven Daimler-Ingenieure

Die KBA-Experten untersuchten die von Daimler überarbeitete
Software erneut eingehend, indem Sie einen Abgleich der
ursprünglichen und neuen Software vornahmen. Das Softwareupdate
musste wegen fünf Manipulationen geändert werden. Bei der Überprüfung
des Programmiercodes fanden die Fachleute - wie erwartet - zunächst
fünf Änderungen. Die KBA-Experten wurden aber misstrauisch, als sie
herausfanden, dass der Programmiercode noch an einer weiteren Stelle
geändert wurde. Wollten die Ingenieure von Daimler heimlich eine
weitere Manipulation beseitigen? Dieser Verdacht scheint sich jetzt
zu bestätigen.

Das KBA hat Daimler in einem Schreiben vom 4. April 2019, das dem
"SPIEGEL" vorliegt, mitgeteilt, dass Daimler wohl "unzulässige
Abschaltungen im Emissionskontrollsystem vorgenommen" hat. Daimler
hat nun Gelegenheit zu den erhobenen Vorwürfen Stellung zu beziehen
aber "nach Einschätzungen von Insidern, sieht die Sache ziemlich
eindeutig aus.", so "SPIEGEL Online". Aufgefallen war dies an einem
GLK 220 mit der Schadstoffnorm Euro 5.

In dem besagten Schreiben wird ausführlich beschrieben, welchen
Trick die Ingenieure angewandt haben, um die gesetzlichen Grenzwerte
einzuhalten. Im Motorentyp OM 651 wurde eine
"Kühlmittel-Solltemperatur-Regelung" eingebaut. Diese bewirkt, dass
bei der Prüfung im Labor, die für Typzulassung notwendig ist, eine
niedrigere Kühltemperatur und eine andere Abgasreinigungsstrategie
angewendet wird. Daraus resultiert, dass das Fahrzeug die
Stickoxid-Grenzwerte auf dem Prüfstand einhält, auf der Straße aber
nicht.

Bei rund 55.000 GLK-Modellen droht jetzt ein amtlicher Rückruf.
Nach Informationen des "SPIEGEL", gehen die Behörden von weiteren
Modellen aus, die diese entdeckte Manipulation aufweisen.

Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt bereits

Vor über einem Jahr hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart bereits
die Ermittlungen im Dieselskandal gegen Daimler aufgenommen. Dieser
neue Vorgang dürfte für die Ermittler von größtem Interesse sein und
für Daimler könnte neuer Ärger ins Haus stehen. Nachdem bei Daimler
die ersten Manipulationen aufgefallen waren, musste der Konzern
versichern, dass keine weiteren Tricksereien im Abgasreinigungssystem
versteckt sind. Diese sechste Abschalteinrichtung hätte von Daimler
also gemeldet werden müssen. Offensichtlich entschloss man sich in
Stuttgart aber, diese lieber heimlich zu beseitigen. Welche
rechtlichen Möglichkeiten haben die Geschädigten

Dr. Ralf Stoll teilt mit: "Die jüngsten Urteile und der
Hinweisbeschluss der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VIII ZR 225/17)
stärken die Rechte der Geschädigten enorm." Stoll rät dringend davon
ab an Servicemaßnahmen teilzunehmen. Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer
Rechtsanwaltsgesellschaft mbH hat bereits über 10.000 Klagen für
Geschädigte im Abgasskandal eingereicht und Dr. Ralf Stoll und Ralph
Sauer sind auch an der Musterfeststellungsklage gegen VW beteiligt.

"Wir raten dringend davon ab ein Software-Update im Rahmen der
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