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Vermögensverwalter Thomas Buckard: „Es ist Zeit für Gewinnmitnahmen“

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
16.04.2019, 08:47  |  404   |   |   
Ende 2018 war die Stimmung an den Aktienmärkten übertrieben negativ. Derzeit ist sie dagegen vielleicht zu positiv. Anleger sollten Kurse absichern oder Gewinne mitnehmen, meint Thomas Buckard, Vorstand der MPF Vermögensverwaltung.Die Aktienmärke haben in diesem Jahr den besten Start seit 32 Jahren hingelegt. Der Deutsche Aktienindex Dax etwa ist seit Jahresanfang schon um fast 14 Prozent gestiegen. Historisch betrachtet braucht der Index für ein solches Plus durchschnittlich rund zwei Jahre und nicht gerade einmal gut drei Monate. In den USA hat der Dow Jones seit Anfang Januar um gut 13 Prozent zugelegt. Der Technologie-Index Nasdaq 100 liegt sogar schon 21 Prozent im Plus. Damit sind Technologie-Werte in den USA wieder fast so hoch bewertet wie im Sommer 2018. Insgesamt befinden sich die Aktienmärkte im überkauften Bereich.


Nur die Geldpolitik zählt
Die Rally an den Aktienmärkten beruht in allererster Linie auf der gelockerten Geldpolitik der führenden Notenbanken. Entscheidend ist vor allem die US-Notenbank Fed. Deren Chef Jerome Powell hatte erst im Januar eine Zinspause angekündigt, die er dann im März gewissermaßen offiziell bestätigte. Die anderen Notenbanken - angefangen von der EZB über die People's Bank of China bis zur Bank of Japan - sendeten ähnliche Signale. Die Renten- und Aktienanleger jubelten. So bildeten sich die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf 2,5 Prozent zurück. Im vergangenen Jahr hatten sie in der Spitze noch bei 3,3 Prozent gelegen. Und die Zinsen zehnjähriger Bundesanleihen rutschten sogar zwischenzeitlich wieder in den roten Bereich.
Während die Marktteilnehmer Ende 2018 Ihr Augenmerk auf die kritischen Punkte fokussierten, werden diese derzeit weitestgehend verdrängt. Vielmehr preisen die Börsianer überall positive Szenarien ein. Das gilt zum Beispiel für den Handelsstreit der USA mit China. Mit einem Scheitern der Verhandlungen rechnet hier kaum noch jemand, wodurch ein negatives Überraschungspotenzial gegeben ist.

Den Handelsstreit der Vereinigten Staaten mit der EU haben die Anleger ebenfalls kaum auf dem Radar. Doch der Konflikt schaukelt sich gerade weiter hoch. Wie üblich kündigte US-Präsident Donald Trump via Twitter erst vor wenigen Tagen an, dass die "USA jetzt (weitere) Strafzölle auf EU-Produkte verhängen" werden. Anlass ist der Streit über EU-Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus. Trump droht mit Sanktionen in einem Umfang von elf Milliarden Dollar. Richtig ernst würde es, wenn die Amerikaner - wie bereits angedroht - die europäischen Autobauer ins Visier nähmen. Aber auch diese mögliche Eskalation des Handelsstreits blenden die Börsianer einfach weitgehend aus.
Auch das Brexit-Theater spielt derzeit an den Aktienmärkten kaum eine Rolle. Die "never ending story" könnte jedoch durchaus dazu führen, dass die Volatilität wieder zunimmt. Und stärkere Schwankungen sind in aller Regel mit fallenden Kursen verbunden. Doch ein solches Szenario hat derzeit kaum ein Anleger auf dem Schirm.
Konjunktur verliert an Fahrt
Die größten Risiken für die Aktienmärkte gehen möglicherweise vom nachlassenden Wirtschaftswachstum aus. Hier schrillen nahezu täglich die Alarmsignale. So sind in China im März die Autoverkäufe an Privatpersonen um zwölf Prozent eingebrochen. Damit befindet sich der größte Automarkt der Welt bereits den zehnten Monat in Folge auf Talfahrt. Und in Deutschland ist der Auftragseingang im freien Fall. Das verarbeitende Gewerbe verbuchte im Februar 4,2 Prozent weniger Bestellungen als im Januar. Im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahresmonat belief sich das Minus sogar auf 8,4 Prozent.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für Deutschland in diesem Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent. Im vergangenen Sommer war der IWF noch von einem Plus von 2,1 Prozent ausgegangen. Seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft reduzierte der Internationale Währungsfonds schon das dritte Mal innerhalb weniger Monate.
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