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KAFFEE (Noch) Kein Boden in Sicht!

16.04.2019, 18:08  |  1447   |   |   

Mit Rückblicken ist das an den Finanzmärkten so eine Sache, wird doch bekanntlich an den Börsen die Zukunft gehandelt. Doch insbesondere bei Kaffee lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit… 

Es war Ende April / Anfang Mai 2011 als der Kaffeepreis im Begriff war, die 300 (in Worten dreihundert) US-Cents-Marke zu knacken und sich in neue Sphären zu katapultieren. Der damalige Preisaufschwung wurde maßgeblich von Spekulationen auf noch höhere Preise angetrieben. Die Hausse nährt eben die Hausse… Dass dieses Spielchen auch wunderbar in die andere Richtung funktioniert, zeigte sich in den darauffolgenden Monaten. Schließlich drohte Kaffee im November 2013, unter die Marke von 100 US-Cents zu fallen. Und wieder wendete sich das Blatt. Bereits im April 2014 notierte Kaffee wieder oberhalb von 200 US-Cents. 

Kaffee wurde in den letzten Jahren von einigen Kauf- und Abverkaufswellen erfasst und nach oben getrieben bzw. nach unten gedrückt. Wir haben das Ganze einmal in einem Langfristchart veranschaulicht. 

Im August 2018 sackte Kaffee schließlich unter die 100 US-Cents. Es folgte eine Erholungsrally bis auf über 120 US-Cents, ehe es wieder bergab ging. 

Wir hatten die Situation am Kaffeemarkt in unserer letzten Kommentierung etwas resigniert wie folgt zusammengefasst. „[…] Die Liste der Belastungsfaktoren ist in den letzten Handelstagen nicht kürzer geworden. Keine fundamentalen Impulse, keine Impulse von den Devisenmärkten, die Saisonaltiät spielt nicht mit und darüber hinaus hat sich aus charttechnischer Sicht das Abwärtsmomentum mit der regelkonträren, weil abwärtsgerichteten, Auflösung des bullischen Keils (rot dargestellt) noch einmal verstärkt. […] Die Bewegung ist stark überverkauft. Kaffee wäre aus dieser Sicht schlichtweg reif für eine Erholung. Doch die limitierenden Faktoren lassen sich ebenfalls nicht wegdiskutieren. Die 90 USC auf der Unterseite rücken nun ganz stark in den Fokus…“

Dem ist auch einige Tage später nichts hinzufügen. Mittlerweile wurden die 90 US-Cents erreicht. Die fundamentalen Rahmenbedingungen lassen sich auch im aktuellen März- Bulletin der ICO (International Coffee Organization) ablesen. Gegenüber dem Februar-Bulletin erhöhte die ICO noch einmal ihre Überschusserwartung an das Erntejahr 2018/2019. Aktuell schätzt die ICO den Überschuss für das laufende Erntejahr 2018/2019 auf 3,059 Mio. Sack (je 60 kg); nach 2,287 Mio. Sack im Vormonatsbericht. Während die ICO ihre Produktionserwartung deutlich anhob, reduzierte sie die prognostizierte Nachfrage leicht.  

Kurzum: Das fundamentale Umfeld spricht derzeit nicht für signifikant steigende Kaffeepreise. Technisch bedingte Erholungsbewegungen sind jedoch mit Blick auf die stark überverkaufte Lage jederzeit möglich. Ihre Aussagekraft erhöht sich jedoch erst, sollten sie den Widerstand bei 105 US-Cents überschreiten können. Auf der Unterseite bleiben die 90 US-Cents im Fokus. Sollte es darunter gehen, könnte der Verkaufsdruck noch einmal zunehmen. Belastbare Unterstützungen sind derzeit allerdings nicht auszumachen. Und so dürfte die Suche nach einem tragfähigen Boden weitergehen… 
 


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