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Aktiensplits: Was alle Investoren wissen müssen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
17.04.2019, 10:00  |  732   |   |   

Unternehmen splitten ihre Aktien aus verschiedenen Gründen und auf unterschiedliche Weise. Hier erfährst du, was du über die drei Haupttypen von Aktiensplits wissen musst, wie der Prozess funktioniert, warum er ein positiver oder negativer Wachstumstreiber für den Marktwert eines Unternehmens sein kann und andere wichtige Details.

Was ist ein Aktiensplit?

Ein Aktiensplit liegt vor, wenn ein Unternehmen die Aktienzahl erhöht oder verringert, ohne seinen Gesamtwert zu verändern. Wenn ein Unternehmen beispielsweise die Aktienzahl verdoppelt, indem es den Anlegern für jede Aktie, die sie besitzen, eine zusätzliche Aktie gibt, besitzt anschließend jeder Aktionär doppelt so viele Aktien – aber der Gesamtwert aller ausstehenden Aktien ändert sich nicht, da kein zusätzliches Kapital in das Unternehmen eingezahlt wurde.

Was ist die gebräuchlichste Art des Aktiensplits?

Die gebräuchlichste Form des Aktiensplits ist ein Forward-Split, d.h. wenn ein Unternehmen seine Aktienzahl durch die Ausgabe neuer Aktien an bestehende Investoren erhöht. Zum Beispiel würde ein 3:1-Forward-Split bedeuten, dass du danach 30 Aktien besitzen würdest, wenn du vor dem Split 10 Aktien des Unternehmens XYZ besaßest. Der Gesamtwert der Investition würde sich jedoch nicht ändern (zumindest in der Theorie). Ein Forward-Split führt also zu mehr ausstehenden Aktien, aber zu einem niedrigeren Kurs pro Aktie, ohne dass der gesamte Marktwert an Wert gewinnt oder verliert.

Eine kurze Illustration: Angenommen, du hast vor einem 3:1-Split 20 Aktien einer 30-Dollar-Aktie. Unmittelbar nach Inkrafttreten des Splits besitzt du 60 Aktien einer 10-Dollar-Aktie. Wie du siehst, ist der Gesamtwert deiner Beteiligung in beiden Fällen gleich.

Das häufigste Aktiensplit-Verhältnis ist 2:1 (Verdoppelung der Anzahl der Aktien und Halbierung des Preises), aber auch die Verhältnisse 3:2 und 3:1 sind üblich. Allerdings können Unternehmen in der Regel jede Splitrate verwenden, die zu der gewünschten Kursanpassung führt. Apple (WKN:865985) entschied beispielsweise vor einigen Jahren für einen 7:1-Split.

Was ist eine Aktienzusammenlegung (Reverse Stock Split)?

Es gibt eine andere Art von Aktiensplit, den so genannten Reverse Split, der umgekehrt funktioniert. Aktien im Besitz bestehender Investoren werden durch eine proportional geringere Anzahl von Aktien ersetzt. So würde beispielsweise ein 1:3-Reverse Split alle drei Aktien, die sich im Besitz der Investoren eines Unternehmens befinden, durch eine einzige Aktie ersetzt. Mit anderen Worten, wenn du 30 Aktien einer Gesellschaft besaßest, bevor ein solcher Reverse Split in Kraft trat, besitzt du danach 10 Aktien.

Wie bei einem Forward-Split ändert ein Reverse-Split weder den Marktwert noch (theoretisch) den Wert der Beteiligungen der einzelnen Investoren. Wenn eine Aktie vor einem 1:3-Reverse-Split mit 10 US-Dollar pro Aktie gehandelt wurde, sollte sie unmittelbar danach mit 30 US-Dollar gehandelt werden.

Ich sage „theoretisch“, weil eine Aktienzusammenlegung in der Regel aus einem negativen Grund erfolgt und daher die Investoren beunruhigen kann, was den Aktienkurs nach unten zieht. Daher verlangen beispielsweise große Börsen wie die New York Stock Exchange in der Regel einen Aktienkurs von über 1 US-Dollar, um eine Notierung zu ermöglichen. Wenn sich eine Aktie also schlecht entwickelt hat und deutlich unter einem US-Dollar gehandelt wird, könnte ein Reverse Split den Aktienkurs auf ein akzeptables Niveau bringen. In solchen Situationen kann ein Reverse Split als Verzicht des Unternehmens wahrgenommen werden, den Aktienkurs natürlich durch seine Geschäftstätigkeit zu erhöhen.

Wie entstehen durch Aktiensplits neue Aktienklassen?

Eine besondere Situation bei Aktiensplits ist, wenn ein Unternehmen mit einem Split eine völlig neue Aktiengattung schafft.

Ein gutes Beispiel dafür ist Alphabet (WKN:A14Y6H) (WKN:A14Y6F), das 2012 eine solche Aufteilung umgesetzt hat. Das Unternehmen, das damals noch unter dem Namen Google bekannt war, beschloss, eine nicht stimmberechtigte Aktiengattung namens Klasse C zu schaffen und je eine dieser neuen Aktien für jede Aktie der bestehenden Klasse A (Aktien im Besitz der Öffentlichkeit) oder Klasse B (Aktien mit mehr Stimmrecht im Besitz von Insidern) auszugeben. Der Gedanke hinter dem Split war im Wesentlichen, sicherzustellen, dass die Top-Führungskräfte die Mehrheit der Stimmrechte behalten – und die Aktie nicht für alltägliche Investoren erschwinglicher zu machen.

Das Immobilienunternehmen Zillow (WKN:A14XZY) unternahm 2015 einen ähnlichen Schritt und schuf neben seinen bestehenden A- und B-Aktien, die eine ähnliche Stimmrechtsstruktur wie die Aktien von Alphabet aufweisen, eine stimmrechtslose Klasse C. Das war praktisch ein 3:1-Split, da die Anleger zwei der neuen Aktien für jede bestehende A- oder B-Aktie erhielten, die sie besaßen. Zillow sagte, dass die neuen Aktien für Übernahmen und die Vergütung der Führungskräfte verwendet werden sollten.

Was ist bei einem Aktiensplit zu erwarten?

Es gibt drei wichtige Daten, die Investoren kennen müssen, wenn es um Aktiensplits geht. Sie sind (in chronologischer Reihenfolge):

  • Das Datum der Bekanntmachung: Zunächst gibt das Unternehmen die Pläne für den Split sowie die relevanten Details, die die Investoren wissen müssen, öffentlich bekannt. Diese Informationen beinhalten im Allgemeinen das Split-Verhältnis und den Zeitpunkt, zu dem der Split geschehen wird, einschließlich der Daten, die ich in den nächsten beiden Stichpunkten beschreibe. Darüber hinaus sprechen Unternehmen oft über ihre Motivation für den Split, insbesondere wenn es um die Unternehmensgesundheit oder -struktur geht, was üblicherweise bei einem Reverse Split oder der Gründung einer neuen Aktienklasse der Fall ist.
  • Der Stichtag: Dies ist ein wichtiges Datum, wenn es um die Buchhaltung geht, aber es ist nicht sehr wichtig für die Investoren. Der Stichtag ist der Tag, an dem bestehende Aktionäre die Aktien besitzen müssen, um Anspruch auf neue Aktien zu haben, die durch einen Aktiensplit geschaffen werden. Einfach ausgedrückt, wenn du nach dem Stichtag kaufst, aber bevor der Split wirksam ist, hast du das Recht, neue Aktien zu erhalten, wenn der Split in Kraft tritt (ich werde das kurz erläutern).
  • Das Inkrafttreten: Das Datum, an dem die neuen Aktien auf den Depots der Anleger erscheinen und die Aktie splitbereinigt gehandelt wird.

Im Folgenden erfährst du mehr darüber, was in der Praxis zu erwarten ist. Zwischen dem Datum der Bekanntmachung und dem Handelsschluss am Tag vor dem Inkrafttreten ist alles wie gewohnt. Die Aktie wird weiterhin wie vor der Ankündigung gehandelt. Irgendwann zwischen dem Handelsschluss am Tag vor dem Stichtag und der Marktöffnung am Stichtag erscheinen die Auswirkungen des Splits in deinem Depot.

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