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Neuwahlen Türkei: Von einer Krise ins nächste Verhängnis

17.04.2019, 11:25  |  5269   |   |   

Die türkische Lira fiel in dieser Woche auf ein Sechsmonatstief gegenüber dem US-Dollar. Zudem beantragt Erdogans Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) formell eine Neuwahl für Istanbul. Auch die jüngsten Wirtschaftsdaten sind wenig erbaulich.

"Der Markt wird Monate der Unsicherheit nicht mögen, wenn sich die Abstimmung tatsächlich wiederholt", sagte Timothy Ash, Senior Emerging Markets Strategist bei Bluebay Asset Management, in einer Notiz am Dienstag. Und weiter: "Unabhängig vom Ergebnis der Neuabstimmung hat man zum jetzigen Zeitpunkt den Eindruck gewonnen, dass der Wahlprozess in der Türkei nicht sicher ist".

Die Aussicht auf eine Neuwahl ist "von großer Bedeutung für die Märkte", so Shamaila Khan, Direktorin für Emerging Markets-Anleihenstrategien bei AllianceBernstein. Larry Brainard, Chefökonom der Emerging Markets bei TS Lombard, schrieb in dieser Woche: "Der Regierung fehlt immer noch eine tragfähige Strategie zur Förderung der Finanzstabilisierung". Viele Ökonomen bezeichnen ein IWF-Programm als den besten Ausweg für die Türkei an dieser Stelle. Der internationale Kreditgeber hat jedoch gesagt, dass in dieser Angelegenheit noch nichts besprochen wurde.

Das Analysehaus Moody's gab bekannt, dass es für 2019 eine Schrumpfung der türkischen Wirtschaft um zwei Prozent erwartet. Das 80 Millionen-Einwohner-Land rutschte im vergangenen Jahr in eine Rezession, von der es sich bislang nicht erholte, denn die Arbeitslosigkeit erreichte im Januar 2019 immerhin 14,7 Prozent und damit den höchsten Stand seit zehn Jahren - im Dezember lag sie bei 13,5 Prozent. Es wird erwartet, dass die Arbeitslosenzahlen aufgrund des langsameren Wirtschaftswachstums weiter steigen.  

Wie das Statistikamt im März 2019 in Ankara mitteilte, ging die Wirtschaftsleistung (BIP) im Schlussquartal um 2,4 Prozent zum Vorquartal zurück. Der Rückgang folgt auf ein Minus im dritten Quartal von revidiert 1,6 (zunächst 1,1) Prozent.

Hervorzuheben sei auch, so Natasha Turak in ihrer aktuellen "CNBC"-Kolumne, dass ein Investorengespräch mit dem türkischen Finanzminister Berat Albayrak während der IWF-Frühjahrstagungen letzte Woche in Washington ausgesprochen negative Bewertungen erhielt. Investoren beschrieben türkische Beamte als unvorbereitet und ohne Details, und eine während der Veranstaltung durchgeführte J.P. Morgan-Umfrage ergab, dass mehr als 80 Prozent der Investoren kein Vertrauen in die Fähigkeit Ankaras hatten, die Dinge zu ändern.

Quelle:

CNBC

 

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