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Interview Max Otte: "Irgendwann muss das explosive Gemisch hochgehen"

17.04.2019, 12:04  |  48459   |   |   

Anlässlich seiner Webkonferenz befragte die wallstreet:online-Redaktion den Investor und Fondsmanager Max Otte zu den heißen Börsenthemen: zu Crash- und Dividenden-Prognosen, zur Fusion Deutsche Bank und Commerzbank, zur Börsensteuer und nicht zuletzt zur laufenden Enteignungsdebatte.

wallstreet:online: Herr Otte, wir blicken auf einen Bullenmarkt seit der Finanzkrise in 2009. Dow Jones und Nasdaq zum Beispiel haben kräftig zugelegt. Doch mit den Argumenten inverse Zinskurve, Warnsignale im Tech-Sektor, schwache Wirtschaftsdaten, Zollkrieg, Wachstumsschwäche in China und Brexit wird das Gemurmel über einen baldigen Crash lauter. Was meinen Sie?

Max Otte: Keiner weiß genau, wann der nächste Crash kommt, auch ich nicht. Aber die Risiken steigen und die Warnsignale werden sehr viel deutlicher. Schon im Januar 2018 habe ich mich positioniert und gesagt, dass ich den nächsten Crash noch in der (ersten) Amtszeit von Donald Trump erwarte.

Zwar befindet sich der Aktienmarkt größtenteils nicht in einer Blase, aber die Weltwirtschaft selbst ist es. Durch die Niedrigzinsen haben wir das Wachstum künstlich verlängert. Nun gibt es allenthalben erste Warnsignale: viele Emerging Markets, die in Dollar verschuldet sind, bekommen Probleme, die Staatsschulden der USA explodieren, die Krise der Eurozone ist nicht gelöst und China steht ebenfalls vor einer deutlichen Abkühlung. Irgendwann muss das explosive Gemisch hochgehen.

###Tipp: Informationen zur Marktlage und zum Anlagekonzept erhalten Sie auch in unserer vergangenen Webkonferenz. Sie können sich hier eine Aufzeichnung ansehen: Max Otte - Webkonferenz-Aufzeichnung ###

wallstreet:online: Laut einer EY-Studie können sich Aktionäre mit DAX-Papieren in diesem Jahr über Rekord-Dividenden freuen. Gleichzeitig kämen die Unternehmensgewinne aber immer mehr unter Druck. Inwieweit kann man daraus schließen, dass das vielleicht vorerst die letzte Dividenden-Party gewesen sein könnte?

Max Otte: Das ist eine durchaus plausible Überlegung. Nehmen Sie die deutschen Autofirmen - die müssen in den nächsten Jahren sehr viel investieren, was sich mindernd auf die Dividenden auswirken wird. Wir setzen daher im Fonds eher auf robuste Wachstumsunternehmen.

wallstreet:online: Zur aktuellen Nachrichtenlage: Die mögliche Fusion von Commerzbank und Deutsche Bank nimmt Formen an. Was würde eine "Deutsche Commerz" für die Aktionäre der beiden Banken bedeuten. Wie sollte man sich als Aktionär jetzt verhalten?

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