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Diesel-Skandal: Anklage gegen VW Chef Winterkorn erhöht Chance auf Schadensersatz

Gastautor: Roland Klaus
18.04.2019, 10:10  |  1244   |   |   

Gegen den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn ist Anklage wegen schweren Betrugs erhoben worden. Für Diesel-Besitzer ist das eine gute Nachricht. Denn sie erhöht die Chance auf Schadensersatz oder Rückgabe des Fahrzeugs und verlängert vermutlich auch die Verjährungsfristen. Diese Möglichkeiten gibt es.

Die Ermittlungen gegen Winterkorn und weitere Volkswagen-Manager zeigen: Der Betrug am Verbraucher ist bei VW offenbar über einen langen Zeitraum und von oberster Ebene geplant worden. Bereits 2011, so zeigen die Ermittlungen, soll Winterkorn über die Manipulationen informiert worden sein.

Die Interessengemeinschaft Widerruf hat einige tausend Diesel-Fahrer dabei begleitet, sich gegen Fahrverbote und Wertverluste ihrer Fahrzeuge zu wehren. Denn anders als in den Vereinigten Staaten, wo VW auf Anordnung der US-Behörden manipulierte Diesel-Fahrzeuge zurückgenommen hat und Schadensersatz gezahlt hat, gilt in Deutschland: Freiwillige Rücknahmen oder Zahlungen an Verbraucher gibt es nicht. Wer seine Ansprüche durchsetzen will, muss dies auf dem Rechtsweg tun. Dazu gibt es mehrere Wege, die nun nach der Anklage gegen Martin Winterkorn deutlich aussichtsreicher geworden sind. Hier können Sie kostenlos und unverbindlich prüfen lassen, welches Vorgehen für Sie am günstigsten ist.

Je nach Ausgangsposition gibt es für Besitzer von VW, Audi, Seat und Skoda unterschiedliche Herangehensweisen:

Der Kauf des Fahrzeugs wurde mit Hilfe eines Kfz-Kredits oder eines Leasingvertrags finanziert

Dann ist in den meisten Fällen der Widerruf der Finanzierung der sinnvollste Weg. Formfehler in den Verträgen von Volkswagen Bank, Audi Bank, Seat Bank und Skoda Bank sorgen dafür, dass ein solcher Widerruf noch Jahre nach Abschluss ausgesprochen werden kann – auch dann noch, wenn der Kredit oder Leasing-Vertrag gar nicht mehr läuft.

Dabei spielt es keine Rolle, ob das Auto als Neu- oder als Gebrauchtwagen gekauft wurde. Die Formfehler sind so gewichtig, dass sich die Kreditinstitute des VW-Konzerns in der Regel kurzfristig nach Vorliegen einer Klage vergleichen. In der Praxis bedeutet das Folgendes: Der Verbraucher kann wählen, ob er das Auto behalten möchte oder nicht. Will er das Fahrzeug behalten, so erhält er in der Regel eine Schadensersatzzahlung in Höhe von 20 Prozent des Kaufpreises. Dies deckt zumeist den zusätzlichen Wertverlust ab, der durch den Diesel-Skandal entstanden ist.

Möchte er das Fahrzeug zurückgeben, dann erhält er die Anzahlung und geleisteten Raten von der Bank zurück und gibt das Auto ab. Für die gefahrenen Kilometer wird eine sogenannte Nutzungsentschädigung berechnet, die der Käufer der Bank schuldet. In der Regel wird dabei unterstellt, dass das Auto eine Gesamtleistung von 250.000 bis 300.000 Kilometer erzielt. Die gefahrenen Kilometer werden der Bank prozentual vergütet. Beispiel: Ist der Besitzer 25.000 Kilometer gefahren, so schuldet er der Bank bei einer Gesamtleistung von 250.000 Kilometern zehn Prozent des Kaufpreises. Diese Regelung ist gerade bei Autos mit vergleichsweise wenigen Kilometern sehr günstig für Verbraucher. Bei vielen gefahrenen Kilometern kann es dagegen günstiger sein, das Fahrzeug zu behalten und den Schadensersatz von der Bank zu kassieren.

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