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ROUNDUP Deutsche Industrie setzt auf eigene 5G-Campusnetze

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
19.04.2019, 14:33  |  471   |   |   

BONN (dpa-AFX) - Bei der geplanten Vergabe lokaler 5G-Frequenzen stößt die Bundesnetzagentur auf großes Interesse von deutschen Industriekonzernen und anderen Firmen. Neben BASF , Siemens , Bosch und der Deutschen Messe wollen auch die Autokonzerne Volkswagen , BMW und Daimler Anträge einreichen und eigene Campusnetze betreiben. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport erwägt dies ebenfalls. Seit März versteigert die Bonner Regulierungsbehörde 5G-Blöcke an vier Mobilfunkkonzerne, darunter die Telekom. Ein Teil des Spektrums soll aber separat an andere Firmen vergeben werden, das entsprechende Antragsverfahren startet in der zweiten Jahreshälfte.

Hintergrund dieses Behördenschrittes ist die Tatsache, dass Daten im heutigen Internetzeitalter immer wichtiger werden. Mit lokalen Frequenzen - auch Campusnetz genannt - würden die Firmen unabhängiger von Netzbetreibern, mit denen sie bisher zusammenarbeiten - die Unternehmen hätten also die Datenhoheit, ohne dass ein externer Dienstleiter gewissermaßen am Steuer sitzt. Bei den Netzbetreibern sorgt das Thema hingegen für schlechte Laune. Sie weisen darauf hin, dass die Regulierungsbehörde ihnen einen Teil des Geschäftskuchens vorenthalte, zumal dies ihr Kerngeschäft sei.

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Bei VW soll die Technologie für die Marke Volkswagen schrittweise umgesetzt werden. "Wir wollen zunächst einen Pilotbetrieb etablieren, daraus lernen und dann lokale 5G-Netzwerke in den Fabriken ausrollen", sagt ein Sprecher. Der Konzern will seine Fertigung so flexibler und effizienter gestalten. Das gilt etwa für die Vernetzung der rund 5000 Roboter im Wolfsburger Volkswagen-Werk, aber auch weitere Maschinen und Anlagen. Da der Software-Anteil in den Fahrzeugen deutlich steigt, wird zudem die Übertragung großer Datenmengen in die Fahrzeuge nötig. Die 5G-Technologie biete eine Art "Software-Betankung" zu einem flexiblen Zeitpunkt der Produktion. Als 5G-Standorte von VW werden Wolfsburg und Zwickau favorisiert.

Bei der Tochter Audi laufen bereits Vorversuche mit einer schon installierten Funkzelle - was fehlt, sind noch 5G-fähige Chips. Auch PORSCHE strebt an, ab 2020 bereits erste funktionsfähige Infrastrukturen in den Erprobungsbetrieb nehmen zu können.

DAIMLER will 5G-Frequenzen ebenfalls zur Datenkommunikation in der Produktion nutzen. Fertigungsabläufe könnten optimiert werden. Dazu gehören zum Beispiel die Verknüpfung von Daten oder die Ortung von Produkten auf der Montagelinie. "Dies ist für uns von hoher Bedeutung und bildet einen wichtigen Baustein bei der Umsetzung der smarten Produktion der Zukunft", sagt eine Daimler-Sprecherin.

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