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Mario Draghi EZB-Direktor bringt sich als Draghi-Nachfolger ins Gespräch

Nachrichtenagentur: Redaktion dts
23.04.2019, 09:54  |  924   |   |   
Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Das EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré hat Ambitionen auf die Nachfolge des im Oktober ausscheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi erkennen lassen. "Wer würde es nicht?", sagte Cœuré der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auf die Frage, ob er den Posten übernehmen wollen würde. Er habe in den vergangenen sieben Jahren für Europa gearbeitet.

"Ich will auch weiter Europa dienen. Die Zentralbank ist ein Ort, wo ich nützlich sein kann. Aber natürlich auch an einem anderem Ort", sagte der Franzose. Beim Präsidentenposten handle es um keine Position, auf die man sich bewirbt, schränkte er ein. "Wir müssen respektvoll warten, was die Politiker entscheiden", so das EZB-Direktoriumsmitglied weiter. Cœuré rechnet sich also offenbar Chancen aus, obwohl er als Direktoriumsmitglied laut den EU-Verträgen eigentlich nicht erneut ins Direktorium berufen werden darf. Deutschen Wünschen, dass der nächste Präsident der Europäischen Zentralbank aus Deutschland kommen sollte, erteilte er einen Dämpfer. "Ich verstehe das, aber es ist der falsche Blickwinkel", sagte Cœuré. Die Wahl des EZB-Präsidenten solle "nicht auf Basis der Nationalität, sondern der Kompetenz erfolgen". Als aussichtsreiche Kandidaten für die Draghi-Nachfolge gelten der Franzose François Villeroy de Galhau oder der Finne Olli Rehn, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann scheint wieder steigende Chancen zu haben. Der nächste EZB-Präsident habe die schwierige Aufgabe, die Geldpolitik zu normalisieren, sagte Cœuré der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Mittelfristig müsse die Europäische Zentralbank die gekauften Anleihebestände wieder abbauen. Kritik, dass die EZB-Politik durch die Niedrigzinspolitik auch einen Anteil am Erfolg von populistischen Parteien habe, wies er zurück. "Wenn der EZB die Schuld für politische Ergebnisse zugeschoben wird, dann sagt das mehr aus über die Politik als über die EZB", so das EZB-Direktoriumsmitglied weiter.

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