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S&P & Co. Italienische Staatsanleihen bald keine Sicherheit mehr?

29.04.2019, 08:49  |  8346   |   |   

Standard & Poor's Global Ratings bestätigte am Freitag das italienische Kreditrating bei BBB und gab der populistischen Regierung Roms etwas Zeit, um überzeugende Maßnahmen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Probleme des Landes umzusetzen.

Die Ratingagentur bestätigte ihr Staatsanleihen-Rating bei BBB, dem zweitniedrigsten "Investment Grade". Der generelle Ausblick ist jedoch eher negativ, was darauf hindeutet, dass eine Herabstufung möglich ist. S&P Global wird die Bonität Italiens überprüfen und eine Herabstufung auf BBB- in den kommenden zwei Jahren steht im Raum, berichtet "Reuters". Eine Herabstufung würde das Rating nur eine Stufe über Junk setzen. Die Ratingagentur erwartet, dass die italienische Wirtschaft in diesem Jahr stagniert. 

"Was bei dieser Überprüfung schwierig sein wird, ist, dass selbst wenn S&P nicht genug hat, um eine Herabstufung zu rechtfertigen, so wird uns der Wortlaut eine Vorstellung davon vermitteln, wohin das Rating in den nächsten sechs Monaten geht", sagte Cyril Regnat von Natixis.

Standard & Poor's wies darauf hin, dass die Aussichten nach wie vor negativ sind, da die Regierung in unsicheren globalen Märkten die notwendigen Reformen nicht umgesetzt hat. "Die Analyse hier ergibt, dass die lockere Haltung der Regierung in Rom zur Sanierung des Haushaltes sowie zudem die Unsicherheiten über den Etat 2020 das Vertrauen der Investoren erodieren ließen", schreibt das "Handelsblatt" im Morning-Briefing.

Italien wird von Moody's mit Baa3 und von Fitch mit BBB bewertet. Im Februar dieses Jahres senkte Fitch den Ausblick für das italienische Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 von 1,1 Prozent auf 0,3 Prozent. Und Moody's stuft das Land auf der untersten Stufe der Noten mit nur befriedigender Bonität ein. "Sollte es noch schlimmer kommen, könnten weder Fondsfirmen noch Europäische Zentralbank künftig italienische Staatsanleihen als Sicherheit halten", so die "Handelsblatt"-Journalisten.

Italien hat, unter den 28 EU-Mitgliedstaaten, laut Eurostat den zweithöchsten Schuldenstand im Verhältnis zum BIP. Der nächste Test für die Anleihen des Landes wird mit der Messung des Bruttoinlandsprodukts am Dienstag erfolgen, die die Rezession des Landes bestätigen könnte.

Quellen:

Bloomberg

Business Times

Reuters

 

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Kommentare

Na diesen Beitrag nenn ich mal wirklichen "Popolismus",

nun ist es nach den Griechen der Italiener der für die niedrigen Zinsen und die "Staatsentschuldung Deutschlands" herhalten muß. (als Erklärung und schlechtes Beispiel versteht sich natürlich)

Italien hat also seine Hausaufgaben nicht gemacht, in der so hoch und viel gelobten "Globalisierung"???

Wenn Globalisierung schlecht für die Menschen und nur gut für die Wirtschaft ist, dann benötigt sie wirklich keiner.

Denn merke:

"Die Wirtschaft ist für die Menschen da und nicht umgekehrt."

Das werden einige dieser Schreiberlinge wohl noch früher merken als ihnen lieb ist.

Deshalb wählen wir zur Europawahl: "Die Partei"

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