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Darum geraten wir aktuell wieder in die Situation vom Herbst 2018

Gastautor: Sven Weisenhaus
04.05.2019, 10:48  |  1606   |   |   

Zu meiner Analyse vom Freitag vergangener Woche (siehe „USA überrascht mit höherem Wachstum“) erhielt ich eine Leser-Mail, die sehr interessante Aspekte anspricht. Und da diese für alle Leser der Börse-Intern relevant sind, möchte ich darauf heute hier in der Börse-Intern genauer eingehen.

Haben europäische Aktien Nachholpotential?

Der Leser schrieb mir, ihm sei aufgefallen, dass die Aktienindizes trotz gestiegener Zinsen in den USA auf neue Allzeithochs gestiegen sind. Und wenn er sich die Bewertung europäischer Aktien anschaut, dann seien diese gerade mit Blick auf die Differenz von „interner Rendite (P/E) der Aktien und den Zinsen (10y) [..] klar unterbewertet.“ Ein Teil könne durch die schlechtere Wirtschaftsentwicklung erklärt werden, aber wenn sich diese nicht massiv eintrübt, habe Europa noch einiges an Nachholbedarf, so der Leser.

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Anstieg der US-Indizes ist ausgereizt

Ich komme zu dem gleichen Ergebnis. In der Börse-Intern vom vergangenen Freitag hatte ich konkret geschrieben, dass das überraschend hohe BIP-Plus des ersten Quartals zumindest erklärt, warum die US-Indizes an neuen Allzeithochs arbeiten. Ob die US-Indizes allerdings zu Recht zum Teil auf Allzeithoch stehen, habe ich dagegen mit Blick auf die Gewinnentwicklung und die fundamentale Bewertung am vergangenen Dienstag eher in Frage gestellt.

Anleiherendite vs. Dividendenrendite

Die US-Zinsen haben den Kursanstieg der US-Aktien allerdings nicht behindert, sondern sogar unterstützt. Zunächst war die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen tatsächlich gestiegen, bis zum 8. November auf 3,24 % (siehe vertikale Linie im folgenden Chart).

Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen
(Quelle: fred.stlouisfed.org)

Damit waren die Zinsen relativ hoch, denn die Dividendenrenditen von Dow Jones (2,3 %) und S&P 500 (2,0 %) lagen zu diesem Zeitpunkt im Durchschnitt wesentlich niedriger (siehe auch „Update: Sind Aktien derzeit teuer?“). Schon zuvor hatte ich bereits wiederholt auf die für den Aktienmarkt problematische Wirkung weiter steigender Zinsen hingewiesen (siehe zum Beispiel auch „Das ist der wichtigste Grund für die aktuellen Kursverluste“).

Und passend dazu begann die Korrektur in den US-Indizes auch schon Anfang Oktober 2018 (siehe folgender Chart des Dow Jones). Auslöser war dabei allerdings wohl die Tatsache, dass dem globalen Kapitalmarkt exakt ab Oktober 2018 neben den bereits erfolgten Zinsanhebungen der Fed erstmals seit 2009 wieder Liquidität entzogen wurde (siehe auch „Geldpolitik der Fed belastet zunehmend“).

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