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BGH-Urteil Anleger aufgepasst: Schadensersatz bei fehlerhafter Beratung!

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Gastautor: Markus Mingers
06.05.2019, 14:48  |  376   |   

Anleger, die auf Grund einer mangelhaften Beratung eine nachteilige Kapitalanlage getätigt haben, können aufatmen. Laut einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs steht ihnen Schadensersatzanspruch zu, auch dann, wenn der Vertrag noch fristgerecht widerrufen werden kann.

 

 

Für Verbraucher sind langfristige Kapitalanlagen ein probates Mittel zur Vermehrung des eigenen Vermögens. Doch selbstverständlich sind solche Anlagen stets mit einem gewissen Risiko verbunden, denn geschenkt gibt es in der Finanzwelt nichts. Aus diesem Grund müssen die Verbraucher beim Abschluss entsprechender Anlageverträge geschützt werden. So können Anleger, die auf Grund einer Verletzung der Aufklärungspflicht oder einer fehlerhaften Anlageberatung eine für sie nachteilige Kapitalanlage erworben haben, Schadensersatz beanspruchen.

 

Wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem aktuellen Urteil vom 26.03.2019 (Az: XI ZR 372/18) entschieden hat, liegt eine Schädigung bereits beim schuldrechtlichen Erwerb der Kapitalanlage vor. Dies begründet der BGH mit der Tatsache, dass der Anlageentschluss davon beeinflusst sei, dass die erforderliche Aufklärung nicht erfolgt sei. Somit entsteht der Anspruch auf Zahlung von Schadensersatz bereits mit dem Abschluss des Beteiligungsvertrags.

 

 

Widerruf oder Anfechtung unerheblich

 

 

Der Bundesgerichtshof hat in seiner Entscheidung weiterhin ausgeführt, dass es für die Entstehung des Schadensersatzanspruchs unerheblich ist, ob der geschädigte Anleger seine Vertragserklärung noch widerrufen kann oder nicht.

Es spielt ebenfalls keine Rolle, dass der Anleger seine Vertragserklärung unter Umständen noch anfechten kann. Dies begründet der BGH damit, dass der Schadensersatzanspruch neben das Recht zur Anfechtung trete.

 

Anleger, die der Auffassung sind, fehlerhaft beraten worden zu sein, sollten sich umgehend rechtlichen Rat einholen um die Geltendmachung eines etwaigen Schadensersatzanspruches sicherzustellen.

 

 

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Bei weiteren Fragen zu diesem Thema, wenden Sie sich an die Kanzlei Mingers & Kreuzer! Wir beraten Sie gerne. Erreichen können Sie uns unter der Telefonnummer 02461/ 8081 oder dem Kontaktformular auf unserer Website. Weitere Rechtsnews finden Sie in unserem Blog oder YouTube-Channel.



Disclaimer

Gastautor

Markus Mingers
Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht

Markus Mingers ist Rechtsanwalt im Bereich Wirtschaft sowie Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht. Seit mehr als 13 Jahren ist er als Anwalt tätig und Inhaber von Mingers & Kreuzer Rechtsanwälte. Von mehreren Kanzleistandorten u.a. Köln, München oder Jülich aus erstreitet er mit seinem Team Gelder aus Themen und Urteilen, die dem Verbraucher bis dahin unbekannt sind. Er ist Experte im Bereich Rückabwicklung Lebensversicherung, Widerruf Autokredit und Verbraucherdarlehen sowie im VW Abgasskandal und LKW Kartell. Bekannt ist Markus Mingers vor allem durch seine Auftritte bei n-tv oder RTL sowie als Experte von FOCUS Online, hier ist sein Rat im Verbraucherrecht zu aktuellen Themen gefragt.

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