wallstreet:online
40,20EUR | +0,05 EUR | +0,12 %
DAX+1,31 % EUR/USD-0,02 % Gold-0,59 % Öl (Brent)0,00 %

Marktkommentar April 2019 Bilanz- und Kurskosmetik der US-Unternehmen

Gastautor: mack-weise
10.05.2019, 11:23  |  1409   |   |   

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 haben die internationalen Notenbanken die Zinsen auf den tiefsten Stand seit 5.000 Jahren abgesenkt, und finanzieren die inzwischen weltweit exponentiell wachsenden Schuldenberge auch noch per Inflationspolitik. Da die „Währungshüter“ mit dieser historisch beispiellosen Geldpolitik immer größere Risiken für die Stabilität des heutigen Finanzsystems erzeugen, haben wir die Investitionen in unseren Fonds in den letzten Jahren immer stärker auf Edelmetalle und Edelmetallminenaktien fokussiert.

US-Finanzmärkte: Nach der zu Jahresbeginn verkündeten geldpolitischen Kehrtwende der US-Notenbank konnten die großen US-Aktienindizes bereits nur vier Monate später wieder neue Allzeithochs markieren. Als besonders kurstreibend erwies sich dabei die stete Verschiebung des Handelskrieg-Endes zwischen den USA und China, wurde doch der angeblich stets unmittelbar bevorstehende „großartige Deal“ jeweils noch „größer“ als zuvor gefeiert. Auch die US-Unternehmensergebnisse beflügelten, gelang es doch den bis Ende April meldenden Unternehmen mehrheitlich, die von den Bank-Analysten – wie üblich – zuvor tief genug angesetzten Gewinnprognosen „völlig überraschend“ zu übertreffen.

Tatsächlich überraschten die Unternehmen jedoch damit, dass bei einem Umsatzwachstum von 5% das Gewinnwachstum stagnierte, was wiederum auf einen steigenden Margendruck hinweist. Dieser Fakt wird an den Finanzmärkten jedoch ebenso ignoriert, wie der Umstand, dass die Gewinne fortlaufend per Bilanzkosmetik geschönt werden. So haben die US-Unternehmen seit 2009 kurstreibende Aktienrückkäufe in einem Volumen von 15% der aktuellen Marktkapitalisierung getätigt, womit die ausgewiesenen Gewinne pro Aktie auch ohne Gewinnwachstum steigen konnten. Da die Unternehmen für die so erzeugte Gewinnwachstums-Illusion parallel ihre Verschuldung – risikosteigernd – regelrecht durch die Decke jagten, sind angesichts der in Kauf genommenen Bonitätsverschlechterung mögliche Schulden-Refinanzierungsprobleme nahezu vorprogrammiert, werden doch schließlich inzwischen alarmierende 52% aller US-Investment Grade-Unternehmensanleihen nur noch mit BBB – eine Stufe über „Ramsch“ – bewertet.

Diesen Artikel teilen

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Ja, der letzte macht das Licht aus.

Leider interessiert dieser gute Kommantar die meisten heute nicht, bis es dann zu spät ist.

Disclaimer