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Mieten, Enteignung, Löhne Sahra Wagenknecht kritisiert: Soziale Marktwirtschaft sei eine "hohle Phrase"

10.05.2019, 12:51  |  17029   |   |   

Der Jusos-Boss Kevin Kühnert hat die Themen Sozialismus und soziale Marktwirtschaft in die deutsche Medienlandschaft und Debattenkultur geworfen. Kühnert wurde ein Wechsel zu den Linken - nicht aus Reihen der SPD - ans Herz gelegt. Sahra Wagenknecht griff in ihrer Rede im Bundestag, am 08. Mai 2019, einige Themen auf.

Es geht Wagenknecht um die soziale Marktwirtschaft. Sie zitiert Ludwig Ehrhard mit den folgenden Worten: "das von einer sozialen Marktwirtschaft nur die Rede sein kann, - Zitat  - `wenn entsprechend der wachsenden Produktivität … echte Reallohnsteigerungen möglich werden´". Laut Wagenknecht arbeitet "jeder Vierte für einen Lohn, von dem man nicht anständig leben kann". Auch zitiert sie eine DIW-Studie, wonach: 

"der Löwenanteil der Einkommenszuwächse seit den 90er-Jahren bei den oberen 10 Prozent der Haushalte angekommen (sind), während die Ärmeren sogar Einkommen verloren haben und sich der Anteil derer, die trotz Arbeit arm sind, in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt hat".

Und dann führt Wagenknecht über die Bezeichnung "E-Wort" ein besonderes Thema der derzeitigen Gerechtigskeitsdebatte ein: Die Enteignung von börsennotierten Immobilienkonzernen und die Enteignung der Arbeiter, denn laut Wagenknecht zielten die Agenda-Reformen, mit denen "in Deutschland einer der größten Niedriglohnsektoren in ganz Europa geschaffen wurde" auf nichts anderes ab. Und weiter: "Prekäre Jobs, Leiharbeit, Dauerbefristungen - das war und ist eine Enteignung von Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern".

Zum Thema Mieten und Wohnungsbau konstatiert Wagenknecht, dass die Mietpreisbremse so zahnlos sei, dass sie weder die Verdrängung der Mieter aus den Innenstädten noch die Rekordgewinne der Immobilienkonzerne - "Deutsche Wohnen oder auch Vonovia" - verhindert hätte.

Und am Ende nimmt sich Wagenknecht die FDP vor und sagt: "Es ist wirklich traurig, was aus der großen Tradition des politischen Liberalismus geworden ist. Es gab ja durchaus mal eine Zeit, als Liberale noch wussten, dass Unternehmen vor allem denen gehören sollten, die in ihnen arbeiten, und nicht etwa Finanzinvestoren, die sie in Melkkühe für kurzfristige Maximalrenditen verwandeln, auch nicht Erbendynastien, die wie das Geschwisterpaar Quandt und Klatten leistungslos jeden Tag 3 Millionen Euro Dividendeneinkommen aufs Konto überwiesen bekommen".

Quelle:

Die Linke im Bundestag, hier.

 

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Kommentare

Sie sollte eigentlich wissen,daß es keine ideal-gerechte Lebensform gibt.
Der Sozialismus (aus dem sie stammt)war die Schlechteste und ist gescheidert.
Unsre "Freie Marktwirtschaft" hat Gewerkschaften,Arbeitgeberverbände und eine
frei-gewählte Regierung.Missstände wird es immer geben.
Zitat von Teddybear: Als erstes die heuchelnde Parteibonze Wagenknecht enteignen und aus ihrer Villa werfen, das wär ein Anfang.


Wenn jemand etwas Vernünftiges sagt, aber in einem schönen Haus wohnt, muss man es ihm natürlich sofort wegnehmen. Zum Kotzen diese deutsche Neidgesellschaft.

Seltsamerweise wird dieser Maßstab bei den Superreichen nicht angewandt. Ach so, hab ich vergessen. Die haben ja ihre Kohle im Schweiße ihres Angesichts mit ihrer eigenen Hände Arbeit verdient. Da ist man dann schon zufrieden, wenn sie ein paar Almosen an das faule Volk verteilen.
Ja, alles nur super im Schein,

unten sieht man dann u.a. die Realität:


30 Jahre "Soziale Marktwirtschaft und Demokratie" wir feiern die Ergebnisse.... Was haben diese doch so hohen Werte aus den Menschen gemacht???? Siehe hier:Polizeieinsatz in Beelitz: Tumulte am frühen Morgen vor Schlachterei ...

https://www.pnn.de/potsdam-mittelmark/polizeieinsatz-in-beelitz.../24322872.html https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/05/wurst-geschaeft-angebot-ansturm-polizeieinsatz.html

Ist schon toll was diese super Gesellschaft so kann, nach der nicht vorhandenen Rettungsgasse, Gewalt gegen Helfer-Sanitäter-Feuerwehr und Polizei nun auch schon die Fleischerei. Gratulation, um Bananen zu kaufen hat man sich im Osten damals kultivierter benommen.!!! Kevin Kühnert hat Recht und ich sag das schon seit 1990, dieses System hat so wie es jetzt ist fertig.!
Wohnt du in einer Villa?

Dann doch wohl erst seitdem sie den Oskar geheiratet hat. Das ist meiner Meinung nach der grössten Heuchler, der immer so tut, als wenn er für die "kleinen Leute" da wäre, aber eben in einer Villa zuzüglich mehrerer Häuser lebt und Mio Honorare mit seinem Buch "Mein Herz schlägt links" (meines auch), kassiert hat.

Gerade Quandt und KLatten setzen sich für das Gemeinwohl ein. Frau KLatten sieht es als Aufgabe das Vermögen zu verwalten. Meine sie könnten das Vermögen auch aus deutschen Unteernehmen raus und in anderen Sachen irgendwo auf der Welt anlegen. Meines Wissens wird auch ein grosser Anteil an Spenden und ähnliches gestiftet. Schon ihre Mutter sehr viel Geld, in mildtätiger Weise ausgegeben.

Disclaimer

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