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Marktkommentar: Andreas Lesniewicz (CONREN): „Trump hat es gegeben und Trump hat es genommen“
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Marktkommentar Andreas Lesniewicz (CONREN): „Trump hat es gegeben und Trump hat es genommen“

Nachrichtenquelle: Asset Standard
16.05.2019, 09:35  |  590   |   |   

Donald Trump stellt einen Deal mit China in Frage und stoppt damit den Kursanstieg von Aktien und Unternehmensanleihen in diesem Jahr.

Donald Trump stellt einen Deal mit China in Frage und stoppt damit den spektakulären Kursanstieg von Aktien (Big-US-Tech wiederum Leitbulle: NASDAQ stieg zuvor um 33% vom Dez-Tief und 2,7% vom Sep-Hoch) und Unternehmensanleihen in diesem Jahr abrupt. Trump (und die US-Notenbank FED) haben es gegeben und Trump hat es nun (erst einmal) wieder genommen.

Zuvor war die Volatilität auf extreme Werte gesunken und die Short-Positionen auf den VIX auf extreme Werte gestiegen (Déjà Vu vom Anfang des Jahres 2018, als Shorts extrem litten). Während die USA ihre Hochs vom letzten Jahr in diesem Jahr bereits wiedergesehen haben, sind Europa (mit der Ausnahme der Schweiz), Japan und Emerging Markets noch ein Stück von ihren 2018 Hochs entfernt.

Wie geht es weiter?

  • Die volkswirtschaftlichen Daten deuten weiter auf eine Abschwächung des globalen Konjunkturaufschwungs hin – Zugpferd USA: zwar annualisiertes Wachstum von 3,2% im 1. Quartal (aber: steigende Lager), extrem niedrige Arbeitslosigkeit (aber: niedrige Partizipation und zweifelhafte Methodik), PMIs über 50 (aber: kommend von 60)
  • Staatsanleihen-Märkte gehen weiter von einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums aus
  • Politik bleibt Gefahrenherd und unübersichtlich; aber: Trump/GOP und Xi Jinping brauchen starke Wirtschaft - moderates Goldilocks-Wachstum sollte vom aktuellen Niveau reichen
  • Notenbanken sind nach einer 180-Gradwende im letzten Jahr („Powell pivot"“) keine Bremse mehr (auch wenn die Liquidität in den USA weiter sinkt) – diese Wende spricht auch dafür, dass Notenbanken schwaches Wachstum in ihren Modellen sehen
  • Inflationszahlen bleiben niedrig
  • Bewertungen sind in den USA (nicht aber im Rest der Welt) wieder sehr hoch (steigende Kurse bei gesunkenen Gewinnaussichten)
  • Die Stimmung hat sich in diesem Jahr maßgeblich aufgehellt, ist aber noch nicht euphorisch (vor allem professionelle Anleger waren spätestens ab Ende Februar eher skeptisch und halten hohe Kasse-Positionen)
  • Aktienrückkäufe in den USA werden im historischen Ausmaß fortgesetzt

  Nach einer Korrektur sollten, nach einer Einigung im Handelsstreit, wieder steigende Kurse folgen. Markteilnehmer werden diese zum Wiedereinstieg nutzen. So lange die Inflation niedrig bleibt und das Wirtschaftswachstum nicht unter Goldilocks-Niveau einbricht. Erwartungen an Unternehmensgewinne sind aber in den USA nach wie vor langfristig zu hoch - in dieser Spätzyklusphase.




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