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Was bei der Merck KGaA fundamental falsch läuft

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.05.2019, 14:08  |  412   |   |   

Vor gut drei Jahren hatte ich einen umfassenden Blick auf die Merck KGaA (WKN:659990) geworfen und war insgesamt ziemlich beeindruckt. Aus der doch etwas verstaubten Arzneimittelbude war ein stolzer Wissenschaftskonzern mit einer gut gefüllte Innovationspipeline geworden. Hightech war überall zu sehen und globale Allianzen versprachen gute Wachstumsaussichten für das Unternehmen und die Merck-Aktie.

Doch jetzt, drei Jahre später, pendelt der Aktienkurs erstaunlicherweise noch immer um die Marke von 90 Euro. Das liegt nicht nur an den Problemen mit den Flüssigkristallen.

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Das verpuffte Bilanzpolster

Da Merck nur eine spärliche Dividende zahlt, kann es jedes Jahr seine Bilanz aufpolstern. Vom 31. März 2016 bis zum 31. März 2019 ist das Eigenkapital deshalb um stolze 5,1 Mrd. Euro auf 17,7 Mrd. Euro gestiegen. Da würde man erwarten, dass Umsatz und Gewinn in ähnlicher Weise zulegten, aber weit gefehlt: Der Quartalsumsatz trat fast auf der Stelle und der Quartalsgewinn je Aktie ging sogar deutlich zurück, von 1,36 Euro auf zuletzt nur noch 0,43 Euro bzw. auf „bereinigter“ Basis von 1,54 auf 1,13 Euro.

Der Einbruch der operativen Eigenkapitalrendite ist folglich noch viel dramatischer. Dem Management von Merck ist es also nicht gelungen, die Investitionsmittel so einzusetzen, dass sie zum Wachstum beitragen. Nicht einmal das Finanzergebnis konnte verbessert werden.

Als Hauptschuldiger für die schwache Entwicklung werden immer die schwierigen Marktbedingungen bei den Flüssigkristallen genannt, ein Bereich, der aufgrund der dominanten Marktstellung früher ein Aushängeschild des Konzerns war. Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer, aber trotzdem frage ich mich, ob man den Bereich nicht vorausschauend hätte umstrukturieren müssen, um auf eine ungünstige Marktentwicklung vorbereitet zu sein.

Weitere Fragezeichen

Eine Möglichkeit wäre gewesen, mit Hochdruck neue Märkte zu erschließen, um sich stärker zu diversifizieren. Abseits der Zukäufe ist dort jedoch anscheinend aus eigener Kraft nicht sonderlich viel passiert. Von vielem, was mich 2016 beeindruckt hat, ist heute kaum noch etwas zu erkennen.

Zum Beispiel hatte Merck eine große Afrika-Initiative gestartet. Afrika ist bevölkerungsreich und sollte jede Menge Chancen bieten. Im letzten Quartal entfielen auf den Kontinent einschließlich des arabisch-persischen Raums jedoch lediglich 3 %, bei einem kläglichen Wachstum von 0,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Region stagniert seit Jahren – eine Offensive sieht anders aus.

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