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Wie schlimm wären Auto-Zölle für die deutsche Wirtschaft?

Gastautor: Sven Weisenhaus
17.05.2019, 09:18  |  689   |   |   

Vorgestern noch eine gute Nachricht zum Thema Auto-Zölle, gestern dann die Ernüchterung. Denn einem Bericht von Bloomberg zufolge verbindet US-Präsident Donald Trump seinen vorläufigen Verzicht mit der Forderung, dass die EU ihre Exporte von Fahrzeugen und dazugehörigen Bauteilen in die USA einschränkt.

Auf und Ab der Autoaktien

Waren Autotitel vorgestern noch ganz oben in den Gewinnerlisten zu finden, so mussten sie gestern wieder Abgaben hinnehmen. Da die Märkte aber einen eingeschränkten Export scheinbar weniger schädlich für die europäische und insbesondere die deutsche Wirtschaft einschätzen als 25-prozentige Zölle auf alle Exporte, konnte der Gesamtmarkt gestern weiter zulegen.

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Anteil der US-Auto-Exporte beträgt 0,8 % des deutschen BIP

Letztlich dürfte aber beides von den Unternehmen verkraftet werden. Denn 2018 wurden laut Angaben von Bundesbankpräsident Jens Weidmann KFZ und KFZ-Teile im Wert von rund 27 Milliarden Euro in die USA exportiert. Das gesamte Bruttoninlandsprodukt (BIP) der deutschen Wirtschaft lag in diesem Zeitraum aber bei 3.386 Milliarden Euro. Und damit betrug der Anteil der US-Exporte der Automobilbranche lediglich 0,8 % am BIP.

Der Schaden für die deutsche Wirtschaft dürfte relativ sein

Das ist durchaus ein ordentlicher Anteil. Doch egal ob die Exporte nun zukünftig eingeschränkt oder mit Zöllen von 25 % belastet werden, es wird nicht gleich von heute auf morgen der gesamte Export eingestellt. Stattdessen wird lediglich ein Teil davon wegfallen – und auch das nicht von heute auf morgen. Denn die Autos und die KFZ-Teile werden ja in den USA benötigt. Die Produktion kann also nicht wegfallen, sondern höchstens in die USA verlagert werden. Aber das benötigt eine gewisse Zeit. Und auch von einer Produktion in den USA würden die Unternehmen ja profitieren. Daher dürfte der Schaden für die Branche und insbesondere die gesamte deutsche Wirtschaft also relativ gering bleiben.

Deutsche Wirtschaft ist auf den Wachstumspfad zurückgekehrt

Zumal die Zölle oder die Exportbeschränkungen in eine Zeit fallen könnten, in der die zuletzt knapp an einer Rezession vorbeigeschrammte deutsche Wirtschaft bereits wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt ist. Denn im 1. Quartal 2019 legte das BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,4 % zu. Dies teilte das Statistische Bundesamt gestern anhand vorläufiger Daten mit.

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