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Börse Stuttgart-News bonds weekly

Gastautor: Börse Stuttgart
17.05.2019, 12:23  |  331   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Anleihenmarktbericht der Börse Stuttgart

MARKTBERICHT

China trennt sich von US-Anleihen
Der fortwährende Handelsstreit zwischen den USA und China hinterlässt nicht nur am Aktienmarkt Spuren. Diese Woche veröffentlichte Zahlen belegen, dass China im März US-Anleihen im Wert von 20.45 Milliarden US-Dollar veräußerte - so viele wie seit Oktober 2016 nicht mehr. Noch im Februar lag die Summe der verkauften US-Anleihen bei lediglich 1,08 Milliarden US-Dollar. Damit setzt sich der Trend Chinas fort, seinen Anteil an US-Staatsanleihen zu verringern. Verfügte die Volksrepublik bei Treasuries im Jahr 2010 noch über einen „Marktanteil“ von 14 Prozent, waren dies im Jahr 2018 nur noch deren 8. Trotzdem ist die chinesische Volksrepublik mit Anleihen im Wert von 1,21 Billionen US-Dollar nach wie vor der größte Gläubiger der USA. Daran wird sich wohl so schnell auch nichts ändern, würde sich China mit einem sofortigen Ankaufsstopp und weiteren großen Anleiheveräußerungen selbst schaden. Stünden große Mengen der von China gehaltenen US-Anleihen zum Kauf, würde deren Wert infolgedessen sinken. Dies würde dann ebenfalls den Wert der in chinesischer Hand verbleibenden Papiere enorm schmälern. Zudem würde sich eine solche Verabschiedung aus Dollar-Anleihen womöglich negativ auf dessen Kurs auswirken. Somit hätte die Exportnation China mit den Folgen einer verteuerten eigenen Währung zu kämpfen. Auch auf dem Anleihenmarkt bleibt es in Sachen Handelsstreit also spannend.

Grüne Bundesanleihen?
Jüngsten Medienberichten zufolge prüft die Bundesregierung die Emission grüner Staatsanleihen ab dem Jahr 2020. Damit folgt der Bund einem weltweiten Trend, schließlich wächst der Markt für sogenannte Greenbonds in den letzten Jahren stetig - wenngleich deren Anteil am Anleihenmarkt noch verschwindend gering ist. Nichtsdestotrotz geben allein im deutschsprachigen Raum etwa 500 Investmentfonds an, nachhaltig zu sein. Auch haben bereits Staaten wie Frankreich, Belgien und Polen grüne Anleihen begeben.
Im Falle der Ausgabe einer grünen Bundesanleihe würde sich der Bund dabei wohl am dänischen Modell orientieren. Hierbei wird die Emission einer Staatsanleihe aufgeteilt: Anleger erhalten einerseits eine „klassische“ Anleihe, andererseits einen Greenbond mit eigener WKN. Je nach Höhe des Anteils des grünen Wertpapiers verpflichtet sich der Emittent, in diesem Fall der Bund, zu Staatsausgaben in ebendieser Höhe für nachhaltige Projekte. Allerdings wird dieser Anteil bereits getätigten nachhaltigen Ausgaben zugewiesen, weswegen die Bundesmittel für Klima- und Umweltschutz allein durch die Emission eines Greenbonds nicht steigen. Erweisen sich diese grünen Staatsanleihen jedoch langfristig zunehmender Beliebtheit, könnte sich dies sehr wohl auf den Staatshaushalt auswirken: Sobald die Summe der Greenbonds die im Haushalt für nachhaltige Projekte vorgesehene Summe übersteigt, müsste der Bund das Geld in neue nachhaltige Projekte stecken.

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