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Kryptowährungen Bitcoin steigt, aber keiner geht mit

Gastautor: Uwe Zimmer
19.05.2019, 20:38  |  1491   |   |   

Stell Dir vor es ist Hausse und keiner geht hin. So ähnlich läuft es derzeit bei den Kryptowährungen. Der Bitcoin hat einen steilen Anstieg hingelegt, aber gerade deutsche Anleger bleiben oft außen vor. Das hat gute und schlechte Gründe.

Ein ganz schlechter Grund ist die Skepsis gegenüber der Anlageklasse. Zwar handelt es sich um einen neuen, jungen Markt mit den entsprechenden Übertreibungen und Schwankungen. Aber es ist ein Markt. Und auf einem solchen lässt sich durchaus Geld verdienen. Die Skeptiker sagen seit Jahren voraus, dass Bitcoin & Co. vollständig in der Versenkung verschwinden werden. Dass ihr Wert bei null liegt und dass sie schlichtweg nicht gebraucht werden.

Nun sind in den vergangenen Monaten immer mehr große institutionelle Häuser auf den Krypto-Zug aufgestiegen.

/span>Sie bieten ihren Kunden die Assetklasse aktiv an oder arbeiten mit der zugrundeliegenden Technologie, der Blockchain, an der Verschlankung eigener Strukturen – oder gleich an ganz neuen, eigenen Geschäftsmodellen.

Ein schlechter Grund ist es außerdem, wenn Anleger immer wieder abwarten, wann denn nun der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg gekommen ist. Den Tiefpunkt abpassen und dann einsteigen. Das ist der Traum eines jeden Anlegers. Klappt aber in der Regel nicht, weshalb die Profis nach und nach einsteigen. Derzeit läuft am Kryptomarkt eine solche langfristig betriebene Einstiegswelle. Den Fehler des Zauderns kennen Anleger eigentlich schon von allen anderen Märkten, man muss ihn bei den Kryptos nicht wiederholen.

Ein mäßig guter Grund, nicht in Bitcoin & Co. zu investieren, ist die Aussicht, dass ja bald noch viel mehr digitale Assets auf den Markt kommen werden. Auch solche, die eben nicht mit dem Anspruch einer Parallelwährung auftreten. Sondern solche, die ganz reale Werte verbriefen: Immobilien etwa, Unternehmensanteile, Gewinne, Schuldzinsen oder was sonst noch so in Frage kommt. Ja, diese digitalen Assets kommen, ja, sie werden sehr interessant sein, aber nein, es lohnt sich nicht, nur darauf zu warten.

Natürlich sollte kein Anleger alles auf Kryptos setzen. Niemals, denn dazu sind die Schwankungen zu groß, genau wie die Risiken. Und dazu wird der Markt auch von zu wenigen großen Spielern bestimmt, die die Kurse stark beeinflussen können. Ebenfalls immer wichtig ist es, handlungsfähig zu sein, wenn wirklich interessante digitale Assets kommen. Aber das heißt nicht, dass ein Risiko-Anteil am Portfolio auch in Kryptos gehen kann – schon heute.

Einen guten Grund aber gibt es durchaus, warum Anleger sich von Investments in Kryptowährungen fernhalten. Der Handel mit den Coins und Token findet weithin unreguliert im Ausland statt. Immer wieder machen Handelsplattformen mit Skandalen größerer oder kleinerer Art auf sich aufmerksam. Die gehandelten Volumina sind kaum nachzuvollziehen, die Plattformen im Krisenfall kaum oder gar nicht erreichbar. Hier ist tatsächlich der Punkt, an dem Anleger sich überlegen müssen, auf welchem Weg sie in die Assetklasse einsteigen. Zu hoffen ist, dass es bald eine Plattform geben wird, die der europäischen oder deutschen Regulierung untersteht und echten Handel ermöglicht. Das gibt dem gesamten Markt dann auch noch einmal einen deutlichen, zusätzlichen Schub.

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Kommentare

Dazu sage ich nur das man sich tiefer mit der Materie beschäftigen sollte. Es gibt über 3000 weitere Kryptowährungen, viele davon sind Hardforks von Bitcoin und sehr viele sind auch wieder komplett verschwunden. Die letzten großen bekannten Forks waren Bitcoin SV und Bitcoin Cash, der so ziemlich berühmteste Fork war Litecoin aus dem Jahr 2014 und Litecoin steht heute auf Platz 6. Bitcoin hält seine Dominance im Kryptomarkt ständig zwischen 50 und 90%, hat sich als Leitwährung und ständiger Platzhirsch auf Position 1 erwiesen!

Es ist daher fraglich ob es überhaupt noch großartige Forks geben wird, da Bitcoin sich eindeutig etabliert hat. Wer clever ist streut sein Investment auf die Top10 Kryptowährungen, insbesondere Ethereum und XRP die kein Fork von Bitcoin sind. In den Top10 befinden sich nur zwei Bitcoin Forks diese sich schon lange etabliert haben (Bitcoin Cash und Litecoin). Der Leute Bitcoin Fork, Bitcoin SV, scheint immer weiter abzutriften...
Was sagst du dazu das Bitcoin nicht mehr rar ist weil:
Jeder Hardfork eine Art Inflation darstellt
Der Derrivatehandel die tatsächliche Verfügbakeit obsolet macht, wie bei Gold...?
Kein digitales Asset kann die Position von Bitcoin&Co streitig machen wenn diese sich nach Fiatgeld(€¥$) richten, Bitcoin ist dass digitale Gold, dezentral, staatenlos, souverän und rar. Diese Eigenschaften machen Bitcoin&Co immer wichtiger und durch nichts abzulösen. Entsprechende "Stablecoins" wie Tether gibt es bereits, diese haben aber nur den Nutzen einfacher mit dezentralen Kryptowährungen handeln zu können. Ansonsten ist es nichts weiter als Giralgeld welches man einfacher handhaben kann, also keine Konkurrenz für Bitcoin!
Das Problem ist das über 90% der Bitcoin-Besitzer keine Ahnung haben was Bitcoin eigentlich ist! Würde man dieses System nur ansatzweise verstehen weiss man das man niemals seine Kryptowährungen auf einer Börse liegen lässt sondern auf eigene Wallets hält! Not your Key, not you Coin! Ist der Börse gehackt oder pleite ist das geheule wieder groß! Das Konzept von Bitcoin ist Dezentralität, Börsen sind zentral wie eine Bank und dienen nur dem Handel. Dezentrale Börsen sind langsam am Kommen, dort handeln User nur über eigene Wallets, haben also die volle Kontrolle über ihre Coins!
Bitcoin ist der Weg in eine neue Epoche der Wertspeicherung...

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