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Egbert Prior FCR Immobilien: Raudies auf Shoppingtour

Gastautor: Egbert Prior
22.05.2019, 11:41  |  1261   |   |   

Anleger haben noch nicht viel verpaßt. Erstnotiz der Aktie letzten November 18 Euro. Der aktuelle Kurs liegt mit 18,40 Euro  nur geringfügig höher. Obwohl FCR Immobilien den rasanten Wachstumskurs weiter fortsetzt. Mit 37 Millionen hat sich der Umsatz 2018 mehr als verdoppelt. Der operative Gewinn (Ebitda) legte ebenfalls um rund 100% auf 10 Millionen zu. Vergleichen Sie: 2014 gingen erst 3 Millionen durch die Bücher, das Ebitda belief sich auf lediglich 1,5 Millionen. Gründer, Alleinvorstand und Mehrheitsaktionär (77%) Falk Raudies bleibt auf dem Gaspedal. Im ersten Quartal erreichte der Umsatz mit 17 Millionen nahezu die Hälfte der Erlöse des gesamten Vorjahres. Das Ebitda landete in den ersten drei Monaten mit knapp 7 Millionen bei mehr als der Hälfte des kompletten Jahresgewinns 2018. Die Münchener haben sich auf Einkaufs- und Fachmarktzentren spezialisiert, die vorzugsweise aus Sondersituationen stammen und daher mit Abschlägen gehandelt werden. Dabei kommt es regelrecht zu „Schnäppchenalarm“, wenn in den Zielobjekten der Leerstand hoch und die Restlaufzeiten der Mieten kurz sind. Durch Asset Management bringt Raudies mit seinem ungefähr 30köpfigen Team die eingekauften Objekte wieder auf Vordermann. Der reduzierte Leerstand und die Verlängerung der Mietverträge erhöhen den Wert der Immobilien. Nach durchschnittlich einem bis drei Jahren Haltedauer werden die optimierten Objekte idealerweise gewinnbringend versilbert. FCR tummelt sich an „aussichtsreichen Sekundärstandorten“, also in wenig glamourösen Städten wie Zeulenroda oder Oer-Erkenschwick. Hier ist der Wettbewerb nicht so groß wie in den begehrten Metropolen, die Renditen daher höher. Im Unterschied zu einem reinen Projektentwickler kassieren die Münchener auch Mieten, solange sich die Objekte im Portfolio befinden. Das sorgt für zusätzliche Einnahmen und macht das Geschäft stabiler. Im laufenden Turnus hat FCR bereits sechs Objekte gekauft und drei wieder versilbert. Konkrete Kaufabsichten hegt Raudies derzeit bei etwa 10 Objekten mit einem Volumen von schätzungsweise 70 Millionen. Wir rechnen daher in den nächsten Wochen und Monaten mit einem starken Newsflow. Leuchtturmprojekt ist derzeit die „SchlossGalerie“ in Rastatt, die vergangenen Oktober erworben wurde. 22.000 Quadratmeter. Vermietungsstand ursprünglich 77%. Kaufpreis schätzungsweise 40 Millionen. Wenn alles wieder tipptopp ist, könnte die SchlossGalerie mit einem zweistelligen Millionengewinn versilbert werden. Das gesamte Portfoliovolumen beläuft sich aktuell auf 257 Millionen, verteilt auf 61 Objekte. Der Net Asset Value liegt bei 21,30 Euro. Deutlich über dem aktuellen Kurs. Neben der Aktie ist FCR auch mit drei Anleihen am Kapitalmarkt vertreten, die mit Kupons von 5,25%, 6% und 7,1% ausgestattet sind. Die Verschuldung – Anleihen und Banken – liegt insgesamt bei 170 Millionen. Das ist nicht von Pappe. Fazit: Überzeugendes Geschäftsmodell mit beträchtlichem Wachstumspotential. Risiken (Finanzierung etc.) sollten nicht ausgeblendet werden.

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FCR Immobilien


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