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Peer Steinbrück Kein "Voodoo-Sozialismus" aber massive Erhöhung der Erbschaftsteuer

23.05.2019, 08:24  |  4817   |   |   

Peer Steinbrück, ehemaliger deutscher Bundesfinanzminister, setzt sich für eine höhere Erbschaftsteuer ein: "Ich würde die bestehende Erbschaftsteuer erhöhen", sagte Steinbrück gegenüber "DIE ZEIT". 

Laut dem ehemaligen Finanzminister sieht es folgendermaßen aus: "Man könnte die Einnahmen auf jährlich 15 Milliarden steigern und die Erbschaftsteuersätze entsprechend justieren". Laut jüngsten Berechnungen betragen die Staatseinnahmen aus der derzeitigen Erbschaftsteuer circa sechs bis sieben Milliarden Euro, wobei in Deutschland jährlich 250 bis 300 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt werden, so die Berechnung vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). 

Im Detail sieht es so aus, dass durchschnittlich 16 Prozent der deutschen Erben mehr als 100.000 Euro bekommen, siehe hier. Jeder Dritte erbt nur geringe Geldbeträge. Die Erbschaften von mindestens einer Million Euro teilen sich nur zwei Prozent der Deutschen. Die Mehrzahl der Deutschen erbt dagegen nichts oder nicht viel. Somit plädiert Steinbrück für eine Verdopplung.

In ein ähnliches Horn bläst Grünen-Wirtschaftsexperte Dieter Janecek und sagte, dass Deutschland "immer mehr zur Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen reichen Erben und Menschen, die sich ihr Einkommen selbst hart erarbeiten müssen" werde. Janecek fordert eine pauschale Erbschaftsteuer von 15 Prozent. 

Vom größten Teil der Erbschaften: Firmenvermögen, bekommt der Staat so gut wie keinen Cent, denn es gelten umfangreiche Privilegien. "Häufig können 100 Prozent des Unternehmens komplett steuerfrei vererbt werden", siehe hier. Wenn es nach CDU und FDP geht, dann wird sich daran auch nichts ändern. "Bei Erbschaften von Unternehmen kommt es vor allem darauf an, dass diese im Interesse der Firma und der Mitarbeiter ohne große Belastungen weitergeführt werden können", sagt CDU-Chefhaushälter Eckhard Rehberg.

Steinbrück geht es um die zunehmenden Ungleichheiten, die das Land zu spalten drohen: "Die gesellschaftlichen Fliehkräfte, die diese Entwicklung freisetzt, werden allerdings im bürgerlichen Lager unterschätzt". Laut Steinbrück würden Steuern auf Grundbesitz und Erbschaft in den USA und Großbritannien mehr zum Steueraufkommen beitragen als in Deutschland. "Vor diesem Hintergrund ist der Vorwurf, wir seien ein Hochsteuerland, reine Propaganda derjenigen, die über hohe Vermögen verfügen und diese über Vererbung immer weiter akkumulieren", so Steinbrück.

Die Forderung von Juso-Chef Kevin Kühnert, Großunternehmen zu vergesellschaften, lehnt Steinbrück ab und bezeichnet Kühnerts Idee als "Voodoo-Sozialismus". 

Quelle:

DIE ZEIT, Vorabmeldung zur Ausgabe vom 23.05.2019.

 

 

 

 

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Kommentare

Jetzt wirds aber echt bunt, unser Staat tut so als wären die Reichen schuld dass diese immer reicher werden, dabei ist es die verfehlte Politik die dazu verhilft, Unternehmen wie Banken die egal was sie tun gerettet werden, wie Merkel sagt systemrelevante Unternehmen deren Leiter, Aktionäre Wohnsitze in nicht EU Ländern haben und gerettet werden. Hier kann man sich getrost zurück lehnen Unternehmerrisiko abgeschafft !!
Das ist nicht Marktwirtschaft Nein Nein ebenso sind Nullzinsen nicht Marktwirtschaft.
Verschleuderung der Berlinimmobilien vom Bund vor x Jahren....
Reduzierung der Abschreibungen für Vermietimmobilien vor X Jahren im Hinblick auf Migrationsströme Folgen geringer Wohnungsbau....
Die Liste ist endlos was der Staat und Politik verbrochen haben, nun wird die Schuld auf die „Reichen“ und die Marktwirtschaft geschoben die keine ist wegen der staatlichen Eingriffe.
Und die Steuer wurde in der EU nicht angeglichen wir gehören zu den Top Steuerländern und jetzt soll noch mehr geblecht werden.
Und wer soll hier blechen ???
Vererbung von Unternehmen zu 100% steuerfrei, wenn ich das schon höre wie dumm ist das den ??
Das trifft nur die kleinen Unternehmen,
Ich habe noch nie gehört dass eine GmbH oder AG gestorben ist und vererbt wird, es stirbt maximal der Geschäftsführer die GmbH oder Ag lebt quasi ewig, und da gibts keine Erbschaftssteuer für das Unternehmen zu zahlen.
Das ist alles Humbug um Wählerstimmen zu fangen besteuert wird nur die normale arbeitende Bevölkerung die sich ein wenig Wohlstand aufgebaut hat.
Holt doch erst mal die rund 1 Billion Target 3 Salden zurück nach Deutschland. Das sind 1000 Milliarden oder 1000000 Millionen. Da könnten wir 10 Millionen deutschen Rentnern jeweils 100000 Euro geben und dann war es das mit der Altersarmut in Deutschland. Aber unseren Politikern fällt nichts Besseres ein als den deutschen Michel immer weiter zu knechten.Danke für Nichts
Guten Tag,
Weiß leider nicht wo ich das neulich aufgeschnappt habe; Erben leichtgemacht für Unternehmer: Der Bund/Gemeinde erhält 30% der Anteile (KG a.A) nicht stimmberechtigt. Punkt. Die Erben können gern die Erbschaftsteuer anderweitig entrichten. Hätten wir dieses Model seit 70 Jahren würde a) kein auswärtiges Land in unsere Schlüsselindustrien investieren b) der Staat fortlaufend Erträge erzielen c) das Gros der Erbschaftsteuer nicht in die Politiker verursachten Steuerlöcher verschwinden
Herzlichen Gruß aus der Deutschen Bahn

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