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STEINHOFF IM FOKUS Schafft der Möbelhändler doch noch die Umschuldung?

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
28.05.2019, 09:27  |  830   |   |   

JOHANNESBURG (dpa-AFX) - Der skandalgeplagte Handelskonzern Steinhoff steht vor einer unsicheren Zukunft. Mühsam hat sich das niederländisch-südafrikanische Unternehmen mit Börsennotierung in Deutschland durch das Dickicht seines Bilanzdschungels gewühlt. Doch die Krise ist noch lange nicht abgewendet. Was los ist beim Unternehmen, was die Analysten sagen und was die Aktie macht:

DAS IST LOS BEIM UNTERNEHMEN:

Mit fast eineinhalb Jahren Verspätung hat Steinhoff Anfang Mai seine testierte Bilanz für das Geschäftsjahr 2017 (bis Ende September) inklusive korrigierter Zahlen für das Vorjahr vorgestellt.

Allein diese jetzt vorgelegte Bilanz ist ein fatales Zeugnis - mit einem Verlust von fast 4 Milliarden Euro. Im Zuge der Aufarbeitung des Bilanzskandals musste Steinhoff den Wert seiner Geschäfte allein für das Jahr 2016 um mehr als 11 Milliarden Euro nach unten korrigieren. Der Löwenanteil der Berichtigungen ist Unregelmäßigkeiten geschuldet, die die Prüfer auf die Zeit vor Mitte 2015 datieren. Für das Jahr 2017 kamen dann noch andere Abschreibungen von mehr 3,9 Milliarden Euro hinzu. Die ebenfalls verschobenen Ergebnisse für das Jahr 2018 sollen am 18. Juni folgen.

Binnen zwei Jahren ist damit aus dem durch stetige Übernahmen wachsenden Weltkonzern ein Unternehmen am Abgrund geworden. Wie konnte das passieren? Ein als unabhängige Wirtschaftsprüfer bestelltes Team von PwC hat parallel zu den internen Ermittlungen von Steinhoff monatelang nach den Schuldigen geforscht. Im März dieses Jahres veröffentlichten sie ihren Abschlussbericht.

Bis heute ist der Öffentlichkeit nicht hundertprozentig klar, um welche Vergehen es geht. Fest steht: Im Mittelpunkt des Skandals steht wohl der ehemalige Konzernchef Markus Jooste sowie eine kleine Gruppe weiterer Manager. Die PwC-Ermittler fanden nach eigenen Angaben hinreichend belastende Hinweise, nennen aber keine Namen von möglichen Schuldigen. Dabei geht es vor allem um künstlich aufgeblähte Buchungen und zahlreiche Transaktionen, die in Wirklichkeit nie stattgefunden haben. Insgesamt identifizierte PwC solche irregulären Einkünfte und fiktiven Buchungen im Wert von 6,5 Milliarden Euro, die bis in das Jahr 2009 zurückreichen. Darin verwickelt waren diverse Konzerngesellschaften sowie außen stehende Unternehmen. Jooste habe nicht eingewilligt, mit PwC zu sprechen, heißt es in dem Bericht weiter.

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