Börsentourismus: Erholung vom Anlage- und Arbeitsstress? - Seite 2

Gastautor: Dr. Viktor Heese
03.06.2019, 14:36  |  1105   |   |   

Das 1 x 1 über Wirtschaft und Kapitalmarkt mit im Reisegepäck, aber die Qual der Wahl

Eine zueinander „passende Profigruppe“ zu finden wird nicht einfache sein, weil die Aspiranten sich in der Regel nicht können. Schließlich hilft uns in heutiger Zeit aber das Internet. Sich weiterhin mit zu vielen Einzelinformationen über die Wirtschaft und die Börse des Reiselandes zu überfrachten, ist ebenfalls nicht ratsam. Kennern darf unterstellt werden, dass sie selber einschätzen vermögen, wie weit ihr Eigen- gehen solle. Am Anfang muss immer das stehen, was weniger bekannt ist. Die Besichtigungstour kann somit mit den BRICS- oder der Osteuropa-Börsen beginnen. Die weltberühmten Weltplätze wie New York, London, Paris oder Tokio - sofern noch unbekannt - dürfen später nachgeholt werden. 

Kontakte vor Ort, nicht unbedingt mit „Amtspersonen“

Als nächster Schritt stünde die Kontaktsuche nach örtlichen Adressen, um direkt nach Ankunft in Medias re einzusteigen. Von fernem Deutschland aus betrieben, wird auch diese Aufgabe nur mühsam zu erledigen aber letztendlich spannend sein. Als Einstieg bietet sich ein Versuch mit den offiziellen IR-Abteilungen der Gastbörsen, Namens- und Institutionssuche in Fachzeitschriften, an Finanzlehrstühlen oder örtlichen Unternehmensverbänden anzufangen. Es kann etwas dauen die richtigen Leute zu finden und der Erfolg stellt nicht selbstverständlich nicht eine. Andererseits „sprechen passionierte Börsianer weltweit die gleiche Sprache“ - damit ist nicht nur das Englisch gemeint - und haben sich vieles zu sagen, wenn sie sich endlich gefunden haben. In diesem Kontext ist aber von der Inanspruchnahme unserer Auslandvertretungen bei der Adressensuche abzuraten. Zu viel Bürokratie, zu wenig Kompetenz - so die einhelligen Erfahrungen vieler Enttäuschter. 

Das mag zunächst alles theoretisch klingen. Andererseits ist ein agiles Team im Notfall auch imstande ein Minimalprogramm realisieren und ohne örtliche Partner und Helfer auskommen. Schon Reisen allein bilden. Dieser Fall ist dennoch wenig wahrscheinlich. Deutschland genießt als führende Industrienation gerade in den Emerging Markets, nicht nur wegen VW und Daimler, immer noch einen exzellenten Namen und die Einheimischen bleiben uns sehr aufgeschlossen. An einem Treffen mit deutschen „Investoren“ wären viele interessiert.

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