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Handelskrieg Immer wieder Zollandrohungen

Gastautor: Uwe Eilers
04.06.2019, 05:34  |  598   |   |   

Immer wieder werden die Kapitalmärkte durch die Kapriolen der Trump’schen Administration verunsichert. Mal heißt es, dass eine Einigung mit China kurz bevorsteht und ein paar Tage später gibt es stattdessen neue Zölle gegen China und folgende Gegenzölle. Weitere Tage später wird der Notstand in den USA im Telekommunikationssektor ausgerufen. Dieses Mittel wendet Trump überall an, wo er keine sachlichen Argumente mehr hat, um dem Kongress die Zustimmung zu entlocken. Ob es bei der Bereitstellung von Geldern für völlig unnötige Grenzanlagen zu Mexiko geht, oder aber um unliebsame Wettbewerber aus China aus dem US-Markt fernzuhalten: immer wird der nationale Notstand ausgerufen.

Nun ist die Frage, welche Auswirkungen diese erratische Politik für die verschiedenen Unternehmen verschiedenster Branchen weltweit hat. Das Wichtigste vorab: die Verunsicherung lähmt viele Unternehmen und Wirtschaftszweige! Schließlich halten sich Unternehmen mit Investitionen zurück, wenn nicht absehbar ist, welche Auswirkungen tatsächlich eintreten werden. Aus dem Grund leidet schon der Maschinenbau-Sektor und wegen der Investitions-Zurückhaltung dauerhaft das Wachstum aller anderen betroffenen Branchen.

Die verhängten Zölle der USA gegenüber China sind nichts anderes als eine verkappte Steuererhöhung, da direkte Steuererhöhungen zur Finanzierung der Unternehmenssteuerreform und der hohen Rüstungsausgaben im Wahlkampf durch Trump abgelehnt wurden. Aufgrund der häufig in den USA nicht mehr vorhandenen Produktion bleibt meist China als einziges Lieferland, egal ob für Spielzeug, Mobiltelefone oder andere Güter des täglichen Bedarfs. Wegen dieser verkappten Steuererhöhung haben die US-Bürger dauerhaft weniger Geld zur Verfügung, was den Konsum leicht mindern könnte, bzw. die Wachstumsraten reduzieren wird.

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Stärker betroffen sind die Branchen, wo andere Länder nach einer Zollerhebung günstiger liefern können. Dies gilt beispielweise für landwirtschaftliche Produkte. Brasilien liefert beispielsweise nun Soja nach China. Das ist der Grund, warum Trump seinen Landwirten mit Milliardenbeträgen unter die Arme greifen will. Ob das auf Dauer sinnvoll ist, kann bezweifelt werden.

Eine Sanktion gegen ein Unternehmen wie Huawei hat kurzfristige negative Effekte auf deren Zulieferer, beispielweise die Chip-Hersteller, Grafikkarten-Produzenten oder andere. Mittel- bis langfristig finden solchen Unternehmen und Staaten allerdings immer Mittel und Wege, um solche Sanktionen zu umgehen. Aus dem Grund dürften die Umsätze langfristig nicht beeinträchtigt sein.

Deutsche Anleger haben starke Ängste vor Zöllen auf PKW. Ob diese überhaupt kommen, steht in den Sternen, zumal die EU bereits umfangreiche Listen von Gegenzöllen veröffentlicht hat. Trump dürfte vor solch einer Eskalation noch zurückschrecken, zumal immer mehr amerikanische Unternehmer und Vorstände die Erhebung von zusätzlichen Zöllen ablehnen. Schließlich würde die US-Industrie ebenfalls massiv leiden, da sehr stark verflochtene Zulieferketten mit europäischen Zulieferern existieren. Sofern aus dem Grund die US-Wirtschaft anfangen würde zu schwächeln, könnte die Wiederwahl Trumps gefährdet sein.

Fazit: Mittel- bis langfristig stellen sich die Unternehmen auf die veränderten Rahmenbedingungen ein. Kurzfristige Verwerfungen bei den Gewinnen und damit den Aktienkursen können zunächst zu weiteren Einbußen führen. Mittel- bis langfristig dürften sich die Gewinne auf Dauer wieder erholen und wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehren. Aufgrund der niedrigen Zinsen ist das Geld in Europa wahrscheinlich dauerhaft reichlich vorhanden. Dieses könnte die Nachfrage nach Wertpapieren insgesamt und dauerhaft deutlich erhöhen, sodass eine erhöhte Nachfrage die Wertpapierkurse mindestens in Deutschand auf Dauer recht stabil halten könnte.

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