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Reichtum mit Aktien Tim Schäfer: Über seine Top-Aktien, seine Fehlgriffe und ein Madonna-Ticket

11.06.2019, 11:28  |  7041   |   |   

Wall Street-Experte Tim Schäfer gibt im Exklusiv-Interview mit der wallstreet:online-Redaktion Antworten auf die Fragen nach den besten Aktien in seinem Depot, nach der stärksten Strategie, finanziell frei zu werden und nach seinen Investment-Fehlern. Außerdem verrät er, für was er außer Aktien tief in die Tasche greift.  

wallstreet:online: Herr Schäfer, die Schlagworte Rezessionsgefahr in den USA, Eskalation des Handelskrieges sowie europäische Schuldenkrise 2.0 mit dem italienischen Zünder beschreiben eine ungemütlichen Ausblick für Anleger. Sie bleiben anscheinend gelassen. Warum?

Tim Schäfer: Es stimmt, dass die Gefahr für eine Rezession zunimmt. Nach zehn Jahren Boom wäre es ein durchaus natürlicher Vorgang. Mir bereitet das keine Sorgen. Ich kaufe regelmässig Aktien. Ich mache das so seit Dekaden. Ich denke nicht ans Verkaufen. Die Aktie ist auf lange Sicht die rentabelste Assetklasse. Aber man sollte als Anleger starke Nerven haben und nicht immer ans Verkaufen denken.

wallstreet:online: Bitte ein wenig Rumor! Was sind die drei Themen, über die zurzeit an der Wall Street tatsächlich am meisten gesprochen wird?

Tim Schäfer: Bitcoin, Cannabis, Beyond Meat. Das sind alles heiße spekulative Themen. Ich bin hier nicht investiert. Ich mag eher das geruhsame, langsame Investieren.

wallstreet:online: Verlassen wir den aktuellen Bereich und kommen zu Ihrem Parade-Thema Vermögensaufbau. Das Ziel ist die finanzielle Freiheit. Hier spielen eine lange Reihe von individuellen Faktoren wie z.B. Alter, Einkommen, Ausgaben, Sparquote und Anlageklassen etc. eine Rolle. Trauen Sie sich trotzdem zu, eine kurz-knackige Formel zu kreieren, wie man finanziell frei wird?

Tim Schäfer: Vermeide Schulden, vor allem Konsumschulden. Lebe nicht über deinen Verhältnissen. Arbeite hart. Gib weniger aus als du einnimmst. Investiere, wenn du genug gespart hast. Habe immer einen Notgroschen von 3.000 bis 10.000 Euro.

wallstreet:online: Können Sie unseren Lesern bitte erklären, was "Konsum- und Schuldenclowns" sind?

Tim Schäfer: In der heutigen Konsumgesellschaft sind zehn Prozent der Bevölkerung überschuldet. Auch in der Mittelschicht gibt es leider immer mehr Menschen, die über ihren Verhältnissen leben. Konsumkredite gibt es an jedem Eck. Im Möbelhaus, beim Autohändler, bei der Bank oder im Internet. Ich bin dagegen, auf Kredit zu konsumieren. Ich halte es für unvernünftig.

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