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Europa Rezession: Zwei wichtige Signale

11.06.2019, 13:37  |  5152   |   |   

Europäische Unternehmen gehen zunehmend von einer Rezession in naher Zukunft aus, da die Forderungsausfälle im Jahr 2018 deutlich gestiegen sind, so berichtet es Elliot Smith für "CNBC".

Laut eines Berichts des schwedischen Forderungskäufers Intrum, haben europäische Unternehmen für 2018 gut 2,31 Prozent Forderungsausfälle, als Anteil am Gesamtumsatz, gemeldet. Im Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 1,69 Prozent.

Darüber hinaus gaben die Hälfte der europäischen Unternehmen an, dass eine Rezession innerhalb von fünf Jahren bevorsteht, während nur 30 Prozent glauben, dass in ihrem Land in absehbarer Zeit keine Rezession stattfinden wird.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen Nord- und Südeuropa: In Griechenland und Italien wird die Rezession weitgehend als nahende bzw. aktuelle Realität angesehen, wobei 93 Prozent bzw. 84 Prozent der Unternehmen davon ausgehen, dass sie unmittelbar bevorsteht. In Österreich, Deutschland und Dänemark sanken diese Werte auf unter 35 Prozent.

Intrum-CEO Mikael Ericson sagte gegenüber "CNBC", dass der Anstieg der Ausfälle, von 1,69 auf 2,31 Prozent, im vergangenen Jahr "eindeutig" sei, und fügte hinzu, dass "sich die Wolken über Europa langsam aufbauen".

Ein weiteres Signal sind faule Kredite: "Wenn man sich den Durchschnitt der europäischen Finanzinstitute ansieht, dann haben wir in den neuesten Statistiken notleidende Kredite von rund 4 Prozent", sagte Ericson. Laut der EU-Kommission sind es nur 3,3 Prozent - dies wäre im Jahresvergleich sogar ein Rückgang um 1,1 Prozent. Im Detail sah es im dritten Quartal 2018 wie folgt aus: Italien kam auf eine Quote von 9,45 Prozent, während die Griechen auf 43,4 Prozent, Zypern auf 21,8 Prozent und die Portugiesen auf 12 Prozent kamen.

Es gibt einen Ausweg, denn Wettach berichtet: "Die EU-Kommission hält außerdem für wichtig, dass die Sekundärmärkte für notleidende Kredite wachsen. Gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank, der Bankenaufsicht EBA will sie private Akteure dazu ermuntern, EU-weite Handelsplattformen zu schaffen".

Im April 2019 hatte der Europäische Rat neue Regeln für den Umgang mit notleidenden Krediten bei Banken verabschiedet. Es heißt: "Generell gilt ein Bankkredit als notleidend, wenn ein Kreditnehmer mit den vereinbarten Teil- oder Zinszahlungen mehr als 90 Tage in Verzug ist oder wenn die Rückzahlung des Kredits durch den Kreditnehmer unwahrscheinlich wird". Zukünftig sind Banken dazu verpflicht mehr Kapital zurückzustellen, wenn sich herausstellt, dass der Kunde in Verzug ist, siehe hier.

"Das Problem ist, dass massiv in die Wirtschaft interveniert wird, und mit so niedrigen Zinsen haben Sie eine so schlechte Performance in Bezug auf notleidende Kredite und Solvenz. Dies bedeutet, dass die Dinge bei normalisierten Zinsen viel schlimmer wären", meint Daniel Lacalle, Chefökonom bei Tressis Gestion.

Quellen:

CNBC

WirtschaftsWoche



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