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Mr. Dax Dirk Müller: Was tun, wenn der Crash jetzt doch recht schnell einsetzt?

11.06.2019, 16:38  |  83155   |   |   

Dirk Müller, Fondsmanager und bekannt geworden als Börsen-Experte "Mr. Dax", erklärt, warum US-Präsident Donald Trump "ausgesprochen rational" vorgehe, in welcher Handelskrieg-Phase sogar Cash auf dem Konto riskant sei und warum ETFs in "Krisenszenarien" in seinen Augen nicht die beste Lösung seien.   

wallstreet:online: Herr Müller, an den Börsen breitet sich offensichtlich immer mehr die Angst vor den Folgen des Handelskrieges aus. Wie schätzen Sie die Lage ein? Kann es z.B. sein, dass US-Präsident Donald Trump den Bogen zurzeit überspannt?

Dirk Müller: Der Handelskrieg mit China entwickelt sich exakt so, wie ich es erwartet und im Buch "Machtbeben" beschrieben habe. Trump überspannt den Bogen nicht, im Gegenteil folgt er einer sehr klaren Strategie. Wir vergessen bei aller Wirtschaftsverliebtheit nur zu gerne, dass es eine Komponente gibt, die die wirtschaftlichen Interessen zumindest zeitweise überlagern. Das ist die Geostrategie, die Machtfrage. Die USA sind seit dem Zweiten Weltkrieg die Weltmacht Nr.1 und sie haben ein existentielles Interesse daran, dies auch zu bleiben. Man hatte der machtpolitischen Auseinandersetzung mit Russland alle wirtschaftlichen Fragen untergeordnet. Russland ist heute keine akute Bedrohung für die Vorherrschaft der USA mehr. Diese Rolle hat China nicht nur eingenommen, sondern auch klar postuliert. In wenigen Jahren würde China an den USA vorbeiziehen. Amerika hat gar keine andere Option, als alles zu unternehmen, um dies zu verhindern. Der Handelskrieg ersetzt - Gott sei Dank - den militärischen Krieg. Daher wäre es ausgesprochen naiv anzunehmen, die USA würden jetzt die weiße Flagge hissen oder einen "Deal" mit China machen und dann zusehen, wie China die Weltmacht zunächst wirtschaftlich, dann politisch und schließlich militärisch übernimmt. 

Trumps Vorgehen ist ausgesprochen rational, auch wenn er sich nach außen perfekt als unberechenbar darstellt, was eine Jahrhunderte alte Strategie ist, die bereits Nixon in der "Madman-Theorie" Ende der 1960er Jahre angewandt hatte. Viele Maßnahmen, die Trump seit Amtsantritt umgesetzt hat, dienten bereits der Vorbereitung einer harten Auseinandersetzung mit China. Repatriierung der Auslandsgewinne von US-Unternehmen, massive Steuersenkungen, Verlagerung von Industrieaktivitäten nach Amerika und nun Infrastrukturmaßnahmen: Alles Maßnahmen, um die US-Unternehmen bestmöglich auf eine Wirtschaftskrise und den Konflikt mit China vorzubereiten und zu stärken. In sich absolut stringent und keineswegs wirr. Natürlich wird ein wirtschaftlicher Einbruch in China zu einer Weltwirtschaftskrise führen, von der auch die US-Unternehmen hart betroffen sein werden. Die Alternative wäre eine dauerhafte Aufgabe der Weltmachtposition.

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Kommentare

Zitat von Banff: " Selbsternannte Experten", die in der Realität keine sind. Früherer Börsenhändler, mehr nicht!






(M.M.) KORREKT.

Ich halte von Diesem Mann AUSDRÜCKLICH SEHR wenig.
Was mich an Dirk Müllers Strategie, sorry, ärgert ist, dass sie keine nachvollziehbare Strategie ist:

Angeblich hat er in seinem Dirk-Müller-Fonds Aktienbestände (ok) die er mit gegenläufigen Futures absichert.
Er argumentiert: wenn die Kurse zurückgehen, zahlt der Future einen Gewinn aus (cash) den ich dann für Aktienkäufe zu niedrigeren Kursen nutzen kann. Der Gesamtwert meines Depots bleibt stabil.

Ich argumentiere: Das ist bullshit. Denn wenn die Kurse steigen verlangt der Futurekontrahent Marginerhöhung, dann muss Dirk Müller Aktien verkaufen oder Liquidität (cash) nachschießen um den Verlust auszugleichen.
Kursgewinne nützen ihm also nichts, Kursverluste schaden nicht.
Und selbst wenn seine Futures nur eine Teilabsicherung sind, dann ist eben dieser Teil des Depots "neutralisiert", was ebenso Unfug wäre.

Ein Depots das aus einem Future short und einer Aktienposition long besteht ist eine Art Tagesgeld, mit dem unangenehmen Nachteil des Kontrahentenrisikos bezüglich des Futures. Und wenn es richtig knallt, dann kann durchaus auch mal der Handel in Futures ausgesetzt werden, oder diese Kontrakte werden zu einem unangenehmen Zwangskurs glattgestellt, wenn z.B. der Handel komplett ausgesetzt ist wegen schwerer Krise.
Dann muss man als Futurekontrahent cash liefern subito, oder wird - mit vermutlich schweren Verlusten - zwangsliquidiert.

Deshalb liegt Müllers Performance in "Friedenszeiten" nahe Null. In "Kriegszeiten" kann es dennoch unter die Räder kommen.

Ich halte seine Anlagestrategie für nicht überzeugend, vor allem sein Argument "meine Anleger können ruhig schlafen wenn der Crash kommt". Das könnten sie auch wenn sie bei Dirk Müller gar nicht investiert hätten sondern das Geld bei der örtlichen Volksbank oder Sparkasse liegen haben.
In der Tat beweist Donald Trump mit seiner Strategie, dass sich die USA ihre Führungsrolle in der Welt nicht einfach nehmen lassen werden. Allerdings müssen seine Hauptgegner (China, Russland und der Iran) keine Wahlen bestehen, und das macht es für Trump vergleichsweise schwierig, diese Strategie bis zum bitteren Ende durchzuziehen.

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