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ROUNDUP Unterdrückte Gewerkschaften? Verdi im Clinch mit Fresenius

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
12.06.2019, 06:36  |  371   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Internationale Gewerkschaftsverbände und Verdi werfen dem Medizinkonzern Fresenius vor, in den USA Gewerkschaften systematisch zu unterdrücken. In Dialysekliniken der Tochter Fresenius Medical Care (FMC ) in Kalifornien seien Mitarbeiter unter Druck gesetzt worden, wenn sie sich gewerkschaftlich organisieren wollten, sagten David Boys und Alke Bössinger von den Dachverbänden PSI und UNI Global Union der dpa. "Es wurde mit Kündigung gedroht und Beschäftigte wurden in Einzelgesprächen in geschlossenen Räumen davor gewarnt, gewerkschaftlich aktiv zu werden."

FMC habe in den USA externe Berater beauftragt, um in Betrieben Arbeitnehmervertretungen zu verhindern, sagte Cass Gualvez von der Gewerkschaft SEIU-UHW. Die Firmen hätten sich in Kliniken eingerichtet. "Sie fragen Mitarbeiter, warum sie eine Gewerkschaft gründen wollen und behaupten, gewerkschaftlich organisierte Kliniken müssten geschlossen werden." Die Organisationen werfen FMC auch vor, in Stellenanzeigen nach Personalmanagern zu suchen, zu deren Aufgabe die "Vermeidung von Gewerkschaften" zähle ("Union Avoidance").

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Fresenius wies den Vorwurf des "Union Busting", die systematische Unterdrückung von Gewerkschaften, "entschieden" zurück. "Fresenius, einschließlich Fresenius Medical Care in den USA, respektiert die Vereinigungsfreiheit und erkennt das Recht eines jeden Arbeitnehmers auf Kollektiv-Verhandlungen an", hieß es in einer Stellungnahme.

Die Mitarbeiter könnten in Übereinstimmung mit den geltenden lokalen Gesetzen Gewerkschaften beitreten, sich vertreten lassen und Tarifverhandlungen führen, betonte der Dax -Konzern. Man toleriere keine Benachteiligung von Mitarbeitern, die sich an einer rechtmäßigen Gewerkschaftsorganisation beteiligten. "Meldungen über Verstöße gegen anwendbare Arbeits- und Sozialstandards nehmen wir ernst und gehen entsprechenden Hinweisen nach."

Global Union, PSI und Verdi kämpfen derzeit für eine globale Rahmenvereinbarung mit Fresenius, die in allen Betrieben grundlegende Rechte für Betriebe und Gewerkschaften garantiere. Ende März seien sie auf Fresenius zugegangen. Anfang Mai habe es dazu zwei Schreiben gegeben, aber bisher kein weiteres Entgegenkommen. Fresenius erklärte, mit den Gewerkschaftsorganisationen stehe man im Dialog.

Fresenius mit rund 280 000 Mitarbeitern weltweit betreibt Privatkliniken, verkauft Flüssigmedizin wie Infusionen und versorgt mit der Tochter FMC Nierenpatienten. An FMC hält Fresenius gut 30 Prozent der Anteile. Der erfolgsverwöhnte Dax-Konzern erzielte 2018 33,5 Milliarden Euro Umsatz, einen großen Teil davon in den USA.

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