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Weltweiter Boom für direkte Stromlieferverträge (PPAs) / Deutschland hinkt trotz Milliarden-Potenzial hinterher

Nachrichtenagentur: news aktuell
12.06.2019, 14:10  |  227   |   |   
Berlin/Oxford (ots) -

- Studie von Aurora Energy Research: In Deutschland könnten
mindestens 13 Prozent des gewerblichen Strombedarfs über PPAs
gedeckt werden, das entspricht einem Marktvolumen von 2 Milliarden
Euro
- Damit wären mindestens 17 Gigawatt bestenfalls sogar bis zu 31
Gigawatt Solar- und Windkraftwerke ausgelastet
- Durch PPAs erhalten Industrieunternehmen und Stromversorger
langfristige Preissicherheit und können mit grünem Image punkten.
Zudem fördern PPAs die Energiewende und ermöglichen den
wirtschaftlichen Betrieb erneuerbarer Kraftwerke auch ohne
Subventionen
- Trotz der Vorteile und des enormen Potenzials ist der deutsche
Markt für PPAs derzeit noch klein; Länder wie Skandinavien,
Spanien, Großbritannien oder die USA sind weit voraus
- Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen behindern die
Finanzierungskosten die Wirtschaftlichkeit von PPAs; staatliche
Bürgschaften könnten Schub verleihen

Weltweit schließen immer mehr Unternehmen langfristige
Stromlieferverträge mit Betreibern von erneuerbaren Kraftwerken. Vor
allem in Skandinavien, aber auch in Großbritannien, Spanien und
Portugal sowie den USA boomt der Markt für die so genannten PPAs
(Power Purchase Agreements). In Deutschland ist das vorhandene
Potenzial dagegen noch weitgehend ungenutzt. Mit dem Auslaufen der
EEG-Förderung für ältere Anlagen kommt Bewegung in den Markt und
viele Betreiber arbeiten an entsprechenden Angeboten. Doch noch ist
die Nachfrage gedämpft, unter anderem weil die Finanzierung für die
Abnehmer häufig teuer ist und so die Wirtschaftlichkeit leidet. Mit
sinkenden Technologiekosten dürfte das Interesse steigen, zumal im
Zuge der Klimaschutzdebatte immer mehr Unternehmen gezielt grünen
Strom beziehen wollen. Auch die Politik kann die Entwicklung
unterstützen, etwa durch staatliche Kreditbürgschaften. Zu diesem
Schluss kommen die Energiemarktanalysten von Aurora Energy Research
in einer neuen Studie zum PPA-Markt in Deutschland.

"Grundsätzlich haben PPAs eine Reihe von Vorteilen für alle
Beteiligten", sagt Peter Baum, PPA-Experte und Autor der Studie. "Für
die Abnehmer ist vor allem die Planungssicherheit bei den
Energiekosten interessant, weil der Strompreis für die gesamte
Laufzeit des PPA ausgehandelt und festgelegt wird. Außerdem belegen
die Unternehmen mit dem Kauf von erneuerbarem Strom ihr Engagement
für den Klimaschutz, was sowohl Kunden als auch Investoren zunehmend
einfordern." Für die Stromerzeuger dagegen bieten PPAs die Chance,
Windkraft- oder Photovoltaikanlagen auch ohne Subventionen
wirtschaftlich zu betreiben, indem Risiken und damit Kapitalkosten
gesenkt werden. Das ist auch aus klimapolitischer Sicht wichtig,
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Wertpapier
Kohlendioxid


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