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Forex-Report Krisensituation nimmt zu - Märkte partiell nicht interessiert!

Gastautor: Folker Hellmeyer
13.06.2019, 10:49  |  1158   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1297 (07:15 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1283 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 108.33. In der Folge notiert EUR-JPY bei 122.39. EUR-CHF oszilliert bei 1.1234.

Der internationale Krisenpotpourri verschärft sich Stück für Stück an nahezu allen Fronten. Anders als im November und Dezember 2018 zeigt der Finanzmarkt mit erstaunlichen Ausnahmen kein Interesse, dieses Risikocluster einer Diskontierung zu unterwerfen. Diese erkennbare Divergenz wirft Fragen über die Nachhaltigkeit der aktuellen Bewertungen auf. Das gilt insbesondere für den Aktienmarkt.

Das konjunkturelle Risikocluster wird an den Ölmärkten diskontiert, übrigens unter Ausblendung der virulenten geopolitischen Risiken durch die US-Politik gegenüber dem Iran, die keine belastbare internationale Rechtsgrundlage hat.

An den Edelmetallmärkten bewegt man sich immer noch in bekannten Bandbreiten. Das Handelsmuster wirft Fragen über das Verständnis freier Märkte in diesem Sektor in erheblichem Maße auf. Dabei geht es vor allen Dingen um die Funktionalität der US-Future Märkte und ihre mögliche politisierte Rolle.

An den Kapitalmärkten (10-jährige Staatsanleihen) wird das Risiko seit Monaten voll diskontiert.

Wenn man diese Komplexität betrachtet, fällt auf, dass einerseits die für die Wirtschaft entspannenden Marktkräfte recht freien Lauf bekommen (Öl, Zinsen), dass andererseits aber die für die Wirtschaft potentiell kontraproduktiven Marktbewegungen unterproportional ausfallen (Aktien, Gold).

Ist eine Fortsetzung dieser Marktreaktionen bei einer weiteren Verschärfung der Krisenkonstellation realistisch?

Fakt ist, dass sich der Krisenpotpourri weiter sukzessive verschärft. Trump ist auf dem Weg, die Konfrontation mit der EU einzuleiten.

Die Willkür, die die USA an den Tag legen, ist bemerkenswert. Internationales Recht, Verträge und Institutionen spielen für diese US-Administration keine Rolle.

Wie würde die EU reagieren, wenn sie seitens Russlands oder Chinas in dieser Form behandelt würde? Wäre sie auch so still und leidensbereit?

Eine weitere Frage drängt sich auf. Auch wenn man mit den USA jetzt Verträge macht, ist man dann sicher, dass die USA sich auch daran halten werden oder ist bei der nächsten imperialen US-Laune dieses Papier nicht die Tinte wert, mit der es paraphiert wurde? Fragen Sie Mexiko nach der USMCA Vereinbarung, fragen Sie China bezüglich der nicht akzeptablen Nachforderungen im Handelskonflikt mit den USA …

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