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VW muss Kaufpreis für EA 189 Diesel erstatten - das bedeutet das Urteil für Sie

Gastautor: Roland Klaus
13.06.2019, 11:34  |  974   |   |   

Das Oberlandesgericht Koblenz hat ein wegweisendes Urteil zugunsten von Diesel-Käufern gesprochen. Volkswagen muss dem Besitzer eines manipulierten VW Sharan Diesel den Kaufpreis erstatten. Viele andere Verbraucher können nun auch von dem Urteil profitieren.

In dem Fall ging es um einen VW Sharan Diesel mit dem Skandal-Motor EA189, den der Besitzer im Jahr 2014 als Gebrauchtwagen zum Preis von 31.000 Euro gekauft hatte. Nach Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen forderte der Kunde sein Geld vor Gericht zurück. Nachdem er in erster Instanz unterlegen war, sprach ihm nun das OLG Koblenz (Az. 5 U 1318/18) eine Zahlung in Höhe von rund 28.000 Euro zu. In Abzug gebracht wurde dabei eine Entschädigung für die Nutzung des Autos, das der Kläger fünf Jahre lang und rund 50.000 Kilometer gefahren hat.

Der Verbraucher erhält somit fast 90 Prozent seines Kaufpreises zurück. Dieser Anspruch besteht, obwohl er bei dem Fahrzeug das von Volkswagen angebotene Software-Update hat durchführen lassen. Das Gericht sieht darin keine ausreichende Nachbesserung durch VW. Vielmehr sprechen die Richter in dem Urteil davon, dass Volkswagen bewusst staatliche Behörden, Wettbewerber und Käufer in großer Zahl zur systematischen Profitmaximierung getäuscht habe.

Dieses Urteil zeigt erneut, wie gut die Chancen für Diesel-Besitzer sind, die bereit sind, sich auf dem Rechtsweg gegen Wertverluste und Fahrverbote ihrer Fahrzeuge zu wehren. Insbesondere Besitzer eines Autos mit dem Motor EA189 (aber auch anderer Motoren, bei denen inzwischen eine unerlaubte Abschalteinrichtung festgestellt wurde) sollten erwägen, sich individuell auf dem Rechtsweg zu wehren.

Die von zahlreichen Verbrauchern gewählte Musterfeststellungsklage gegen VW dürfte sich dabei für viele als untaugliches Instrument erweisen. Zu lange wird das Verfahren dauern – und zudem wird ein Urteil nicht bindend für den einzelnen Betroffenen sein.

Die Interessengemeinschaft Widerruf unterstützt deshalb Diesel-Besitzer dabei, ihre persönlichen Möglichkeiten bei einem Rechtsstreit herauszufinden. Im Rahmen einer kostenlosen Prüfung erfahren sie, wie ein wirksames Vorgehen konkret aussehen kann und welche Kosten damit verbunden sind.

Die individuellen Optionen hängen beispielsweise davon ab, ob das Fahrzeug beim Kauf mit Kredit oder Leasing finanziert wurde oder bar bezahlt wurde. Zudem ist von Bedeutung, inwiefern bei dem jeweiligen Modell eine Manipulation der Abgaswerte nachgewiesen werden kann.

 

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