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Ein weiteres Weltraum-Start-up beißt ins Gras

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.06.2019, 15:30  |  919   |   |   

Die ersten fünf Monate des aktuellen Jahres waren gut für Investoren der Raumfahrtindustrie. Es gab keine einzige schlechte Schlagzeile und auch keine Anzeichen dafür, dass eines der Start-ups den Bach runtergehen würde.

Aber alle guten Dinge müssen ein Ende haben.

Tschüss Paul Allen …

Anfang des Jahres beklagte ich den Abgang des Microsoft-Mitbegründers Paul Allen, der nach seinem Abschied vom Technologiekonzern seine Milliarden in den Aufbau eines Stratosphären-Raketenunternehmens steckte, mit dem Ziel, die Kosten der Raumfahrt zu senken. Stratolaunch nannte er es und das Roc-Flugzeug sorgte im April für Schlagzeilen als (in einigen Belangen) größtes Flugzeug, das je geflogen ist.

Das war mehr als nur Prahlerei. Roc musste groß werden, denn es war als Mutterschiff konzipiert. Der Plan war, dass es bis zu 10.500 Meter hoch fliegen sollte und von dort aus als Plattform zum Start von Raketen mit einem Gewicht von bis zu sechs Tonnen – oder drei kleineren Raketen oder gar einem wiederverwendbaren Raumschiff – in die Umlaufbahn dienen würde.

In den letzten Monaten änderte Stratolaunch jedoch seinen Businessplan und kündigte an, die Entwicklung der eigenen Raketen zu beenden und stattdessen Pegasus XL-Raketen von Northrop Grumman (WKN:851915) zu kaufen. Unabhängig davon setzte Stratolaunch, auch wenn Allen nicht mehr dabei ist, darauf, bis 2022 mit den kommerziellen Raketenstarts zu beginnen.

Aber alles umsonst.

… auch tschüss Stratolaunch.

Nach eigenen Angaben bleibt Stratolaunch auch heute noch „operativ“. In einem Exklusivbericht vom Wochenende zitierte Reuters nicht weniger als vier Personen, die mit der Materie „vertraut“ seien und behaupteten, das Management habe beschlossen, die Firma zu schließen – vielleicht nicht heute, aber vermutlich bald.

Das kommt nicht ganz überraschend. Schließlich hat Stratolaunch Anfang des Jahres drei Viertel seiner Mitarbeiter entlassen, sodass es nur noch eine Rumpfmannschaft von etwa 20 Mitarbeitern gibt, um die laufenden Projekte abzuschließen. Da Northrop Grumman ein berechtigtes Interesse daran hat, das Unternehmen als Kunden für seine Pegasus-Raketen am Leben zu erhalten, haben Raumfahrtfans dennoch gehofft, dass der Luft- und Raumfahrtriese eingreifen würde, um Stratolaunch zu retten (oder zu kaufen).

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