DAX-0,03 % EUR/USD+0,03 % Gold+0,21 % Öl (Brent)+0,31 %

Ausblick Fluggästen droht 'Chaos-Sommer' - Lufthansa-Streiks angekündigt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
20.06.2019, 13:45  |  685   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mitten in der Feriensaison drohen Reisenden Flugausfälle und lange Warteschlangen an den Flughäfen: Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat Streiks bei der Lufthansa und ihren Töchtern Eurowings und Germanwings angekündigt. "Der Chaos-Sommer, der uns letztes Jahr beglückt hat, wird dieses Jahr wahrscheinlich nochmal größer", sagte Daniel Flohr, stellvertretender Ufo-Vorsitzender, am Donnerstag in Frankfurt. Die Streiks der Kabinenmitarbeiter in Deutschland sollten im Juli beginnen. Die Lufthansa reagiert mit Unverständnis und beschwichtigt.

Zu spüren sein werden die Auswirkungen des Arbeitskampfs laut Ufo zuerst bei Eurowings und Germanwings. Dort werde es so schnell wie möglich eine Urabstimmung geben. Bei der Lufthansa werde sich dies "um ein paar Wochen" verzögern. "Am Ende dieser Urabstimmungen werden wir konkret verkünden, wann, wo und wie lange Arbeitskämpfe stattfinden werden", sagte Flohr. Er warf der Lufthansa vor, die Eskalation zu suchen. "Die Strategie des Konzerns steht in Frage."

DAX mit festem Hebel folgen [Anzeige]
Ich erwarte, dass der DAX steigt...
Ich erwarte, dass der DAX fällt...

Verantwortlich für diese Werbung ist die Deutsche Bank AG. Die Wertpapierprospekte und Basisinformationsblätter zu diesen Produkten erhalten Sie über www.xmarkets.db.com.

Die Lufthansa teilte hingegen mit: "Einen Streik kann es nicht geben, da es derzeit weder offene Tarifverträge noch konkrete Forderungen gibt." Im Hintergrund steht ein seit Monaten währender Streit: Ufo hatte Tarifverträge mit der Lufthansa bereits im März gekündigt, das Unternehmen hat diese Kündigungen jedoch nicht anerkannt.

Am Finanzmarkt war die Reaktion auf die Streikdrohung klar negativ. Lufthansa-Aktien gehörten mit einem Minus von 0,56 Prozent auf 14,975 Euro zu den wenigen Verlierern im freundlichen Dax . Die Lufthansa-Papiere waren nach der Gewinnwarnung auf ein Mehrjahrestief von 14,85 Euro gefallen. 2019 sind sie mit einem Minus von fast 24 Prozent der schwächste Wert im Dax.

Die Lufthansa steht aktuell unter einem enormen Wettbewerbsdruck durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet , die versuchen dem Dax-Konzern Marktanteile abzuringen. Dieser Wettbewerb drückt auf die Ticketpreise. Erst vor wenigen Tagen hatte die Lufthansa ihre Gewinnziele zusammengestrichen.Vor diesem Hintergrund dürfte der Kostendruck zunehmen.

"Wir stehen zur Tarifpartnerschaft", hieß es nun von Lufthansa weiter. "Hierzu brauchen wir einen zuverlässigen Tarifpartner, um gemeinsam Lösungen im Sinne der Mitarbeiter und des Unternehmens zu erarbeiten. Derzeit ist für uns nicht erkennbar, wann und wie Ufo ihrer Rolle als berechenbarer, konstruktiver Tarifpartner wieder gerecht werden kann. Daher finden aktuell keine Gespräche statt."

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel