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CMC Espresso: Die Bomber waren schon in der Luft...

Gastautor: Jochen Stanzl
21.06.2019, 08:30  |  2498   |   |   

Nun ist sie da die doppelte Dosis an Prozac für die Märkte - ein Antidepressivum in Form der Ankündigung neuer Geldeinschüsse, um die Stimmung an einem Punkt zu drehen, in dem die Fallgeschwindigkeit des Wachstums weltweit zunahm - auch aufgrund der Irrfahrten im Handelskonflikt, zu dem wir nun hören, dass man sich wieder zusammensetzen möchte, um zu reden - aber worüber fragt man sich, nachdem man der Weltöffentlichkeit die Nichtvereinbarkeit unterschiedlicher Weltanschauungen und Interpretationen von Wirtschaftssystemen doch jetzt wieder wochenlang offenkundig demonstrierte. 

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Trump führt einen Handelskrieg und er sieht die amerikanische Notenbank und ihre Möglichkeit, die Zinsen zu senken, als wirksame Waffe in diesem Krieg an. Wenn diese Botschaft bei den Chinesen ankommt dass also Leitzinssenkungen eine Art von Strafzoll sind dann müssen wir uns im nächsten Eskalationsschritt im Handelsstreit darauf einstellen, dass es die Chinesen der US-Regierung in gleicher Währung zurückzahlen werden, sprich in direkter Abwertung ihrer Währung. 

Also was ich damit sagen will: Wenn wir Glück haben haben es Mario Draghi und Jerome Powell geschafft, die Stimmung zu drehen und für mehr Zuversicht zu sorgen, was das künftige Wachstum angeht. Dann könnten wir im Verlauf des zweiten Halbjahres eine Verbesserung der Wachstumsdaten bekommen. Dann wäre dieser DAX-Anstieg gerechtfertigt und wir könnten sogar in Richtung 13000 Punkte und höher laufen. Strafzölle mögen ein Werkzeug sein, um die Chinesen an den Verhandlungstisch zu zwingen. Sie sind aber keine dauerhafte Maßnahme. 

Wir müssen hier vorsichtig sein, denn sie schwächen das Wachstum und sie schwächen es auch jetzt noch, wo die Zentralbanken neue geldpolitische Versprechen ergriffen haben. Und Trump sagte bereits, die noch ausstehenden 300 Milliarden USD an chinesischen Importen auch noch mit 10% Strafzoll belegen zu wollen, wenn die Verhandlungen jetzt nicht von Erfolg gekrönt sein werden. Also kurzum: Was wir jetzt brauchen um die DAX-Gewinne zu rechtfertigen ist ein Ende des Rückgangs der Unternehmensgewinne - dann kann auch das Wachstum anschließend besser werden. 

Technisch betrachtet ist jetzt 12318 Punkte auf Tagesbasis eine Unterstützung, darunter 12180. Nach oben gibt es mögliche Widerstände bei 12454 und 12531 Punkten. 

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