Peter Gauweiler wird heute 70 „Wir brauchen das Gedankenrevolutionäre“

Gastautor: Rainer Zitelmann
22.06.2019, 08:53  |  2015   |   |   

Wir brauchen mehr Gauweilers in der deutschen Politik: Nonkonformisten, die wirtschaftlich und geistig unabhängig sind und die den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen. Warum Peter Gauweiler für mich ein vorbildlicher Politiker ist.

Der CSU-Politiker Peter Gauweiler wird heute 70. Er war Umweltminister in Bayern, 13 Jahre lang Bundestagsabgeordneter und zuletzt stellvertretender CSU-Vorsitzender. 1968, in dem Jahr, das den Beginn der Linksentwicklung Deutschlands symbolisiert, trat er der CSU bei. „Ich hätte es gern früher gemacht“, berichtet er in seinem FAZ-Interview. „Aber das verbot mir mein Vater. Er sagte, ich solle aufhören mit dem politischen Schmarrn.“ Den 68ern warf er das „ewige Vermischen von Ethik und Heuchelei“ vor. „Sie haben für die Befreiung der Menschheit gesungen und sind gleichzeitig unter den Bildern von Massenmördern durch die Straßen gezogen. Ich erinnere mich noch, wie wir 1968 eine große Demonstration gegen die Intervention der Russen in Prag gemacht haben. Meiner Apo war das hochsuspekt, denn die Prager waren ja proamerikanisch.“

 

Glänzender Jurist – wirtschaftlich unabhängig

Gauweiler vereint in seiner Person zahlreiche Fähigkeiten: Er kann ebenso mit Intellektuellen auf Augenhöhe argumentieren wie die Bayern im Bierzelt begeistern. Er hat Jura studiert und wurde einer der besten Juristen Deutschlands. Erfolgreich prozessierte er mehrfach gegen die Deutsche Bank, so beispielsweise für den Medienunternehmer Leo Kirch. Linken Medien war er nicht nur wegen seiner freiheitlichen Positionen ein Dorn im Auge, sondern immer wieder kritisierten sie ihn, weil er aus ihrer Sicht als glänzender Jurist viel zu viel verdiente. In vielen Jahren war er derjenige Bundestagsabgeordnete mit den höchsten Nebeneinkünften – die laut „Abgeordnetenwatch“ mehrere Hunderttausend Euro bis fast eine Million Euro im Jahr betrugen. Wer viel Geld verdient, ist Linksgrünen, die oftmals außer einem (manchmal vollendeten, manchmal abgebrochenen) Sozialpädagogik-Studium und Parteikarriere in ihrem Leben wenig vorzuweisen haben, suspekt, wie zuletzt die Debatte um das Vermögen von Friedrich Merz zeigte.

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