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Nachrichtenagentur: dpa-AFX
03.07.2019, 10:08  |  295   |   |   

APA ots news: Geldpolitische und aufsichtliche Maßnahmen der letzten Jahre führten zur Stärkung der Finanzmarktstabilität

Präsentation des 37. Financial Stability Report der OeNB

Wien (APA-ots) - Die geldpolitischen Maßnahmen der EZB haben die Refinanzierungskosten im Euroraum deutlich gesenkt. Die fokussierte Arbeit der Bankenaufsicht der OeNB hat die Finanzmarktstabilität in Österreich in den vergangenen Jahren gestärkt. Gleichzeitig haben die heimischen Banken 2018 ihre Gewinne weiter steigern können. Die zu erwartende konjunkturelle Abkühlung sowie der fortschreitende Wandel der Geschäftsmodelle der Banken bringen allerdings weiterhin Herausforderungen mit sich.

"Die unkonventionellen Maßnahmen der Geldpolitik haben zur Stabilisierung des Bankensystems und seiner gesamtwirtschaftlichen Funktion beigetragen. Sie haben die Refinanzierungskosten der Banken reduziert und die Weitergabe der niedrigen Zinsen an die Realwirtschaft gefördert, allerdings auch die Risikoneigung der Investoren erhöht", sagte Gouverneur Ewald Nowotny anlässlich der Präsentation der 37. Ausgabe des Financial Stability Report der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Anfang Juni hat der EZB-Rat beschlossen, die erste Zinsanhebung frühestens im zweiten Halbjahr 2020 vorzunehmen, da derzeit geopolitische Risiken den Konjunkturausblick trüben und die Inflation im Euroraum auch in den nächsten Jahren unter dem Preisstabilitätsziel verharren wird.

Nach Jahren des starken Wachstums bremste das schwächer werdende internationale Umfeld Österreichs Konjunktur. Ungeachtet einer Verlangsamung in der zweiten Hälfte 2018 hat das Wirtschaftswachstum die Ertragskraft der österreichischen nichtfinanziellen Unternehmen weiterhin unterstützt. Die Innenfinanzierung als wichtigste Finanzierungsquelle blieb dadurch auf dem hohen Niveau der letzten Jahre, wohingegen sich die Außenfinanzierung im Jahr 2018 - trotz attraktiver Konditionen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus - mehr als halbiert hat. Während andere Formen der Verschuldung rückläufig waren, wurde die Kreditvergabe durch österreichische Banken allerdings ausgeweitet. Die jährliche Wachstumsrate der Unternehmens-kredite österreichischer Banken erreichte in den ersten Monaten des Jahres 2019, getragen von der Kreditvergabe an Unternehmen aus dem Immobilienbereich, sogar den höchsten Wert seit mehr als zehn Jahren. Analog dazu waren Wohnbaukredite der Haupttreiber bei Haushalts-krediten, wobei es zu einer leichten Ausweitung bei der Vergabe kam. Insgesamt stieg die Verschuldung der Unternehmen und Haushalte moderat und blieb unter dem jeweiligen Euroraum-Durchschnitt (bezogen auf deren Einkommen). Gestiegene Gewinne und Einkommen verbesserten die Schuldentragfähigkeit der Unternehmen und Haushalte, wozu auch die niedrigen Zinsen aufgrund des immer noch hohen Anteils an variabel verzinsten Krediten einen positiven Beitrag leisteten. Während die Kreditnehmenden zurzeit von niedrigen Zinszahlungen profitieren, sind sie jedoch einem erheblichen Zins(änderungs)risiko ausgesetzt.

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