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Egbert Prior Insurtech DFV möchte die Milliarde knacken

Gastautor: Egbert Prior
03.07.2019, 12:02  |  1710   |   |   

Börsengang im letzten Dezember. Im zweiten Anlauf. Ausgabepreis 12 Euro. Ursprünglich lag die Spanne zwischen 17 und 23 Euro. Aktueller Kurs 10,70 Euro. Eine günstige Einstiegsgelegenheit? – Wir besuchen Vorstandschef Stefan Knoll in seinem Büro. Der Reserveoffizier und Jurist leidet nicht unter Minderwertigkeitskomplexen. „Keiner kann uns das Wasser reichen“, ist Knoll, der mit der DFV Deutsche Familienversicherung 2007 startete, überzeugt. 2018 wurde das Angebot dann digital. „Wir sind das erste börsennotierte Insurtech in Europa“, sagt Knoll. Über das Internet können Kunden ihre Policen im Handumdrehen abschließen, auch Beratung und Schadensregulierung laufen über das Netz. Man kann sich dabei sogar von Sprachassistentin Alexa unterstützen lassen. Die DFV bietet Krankenzusatzversicherungen sowie Unfall- und Sachversicherungen an. Oft versehen mit einer guten Beurteilung von Stiftung Warentest. Mit den Mitteln aus dem Börsengang, 52 Millionen, möchte Unternehmenslenker Knoll das kräftige Wachstum finanzieren. Obwohl die Versicherungsbranche insgesamt praktisch stagniert, möchten die Frankfurter das Prämienvolumen in den nächsten Jahren mit 30% p.a. steigern. 100.000 Neuverträge sollen jedes Jahr dazu kommen. Das kostet erst einmal Geld, allein die Vertriebskosten dürften sich 2019 voraussichtlich auf rund 30 Millionen verdoppeln. Für den laufenden Turnus rechnet Knoll mit einem Vorsteuerverlust zwischen 9 und 11 Millionen Euro. Der break even ist für das Jahr 2021 geplant. Angesichts der Wachstumsdynamik ist Knoll mit der Börsenbewertung nicht zufrieden. Aktuelle Marktkapitalisierung 142 Millionen. Im Verhältnis zu dem in Aussicht gestellten Prämienvolumen – 100 Millionen für 2019 – erscheint die Aktie auf den ersten Blick zwar nicht als billig. Doch unter Berück-sichtigung des starken Wachstums dürfte bei einem innovativen Insurtech mehr drin sein. In fünf Jahren möchte Knoll die Marktkapitalisierung von 1 Milliarde knacken. Das würde eine Versiebenfachung des Aktienkurses auf 75 Euro bedeuten. Knoll verweist auf den kleineren US-Wettbewerber Lemonade – Prämienvolumen 55 Millionen –, der die zehnfache Bewertung (1,5 Milliarden) aufweist. Aktuell hält der Gründer 21% der Anteile. Manko der geringe Streubesitz von lediglich gut 12%. Das schreckt manche Investoren ab. Fazit: Das digitale Geschäftsmodell verspricht dynamisches Wachstum. Der Aktienkurs hat beträchtliches Potential.

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