Libra Facebook-Coin: Schwingt die EZB die Regulierungskeule?

08.07.2019, 09:08  |  4035   |   |   

Benoit Coeure, Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), will verhindern, dass der US-Tech-Gigant Facebook mit einer eigenen Kryptowährung in das Finanzsystem vordringt. Er fordert ein schnelles Einschreiten der Regulierungsbehörden. Zuerst berichtete darüber der US-Nachrichtensender "Bloomberg".

"Es kommt nicht in Frage, dass sie [Facebook] ihre Finanzdienstleistungen in einer regulatorischen Lücke anbieten. Das ist einfach viel zu gefährlich. Wir müssen deutlich schneller agieren als bisher", so Coeure am Sonntag am Rande einer Wirtschaftskonferenz im südfranzösischen Aix-en-Provence.

Der Erfolg von Kryptowährungen würde Lücken in der bestehenden Regulierung und das Versagen des Bankensystems bei der Einführung neuer Technologien aufzeigen, so das EZB-Vorstandsmitglied. "All diese Projekte sind ein ziemlich nützlicher Weckruf für Politik und Regulierungsbehörden", so Coeure.

Facebook hatte kürzlich bekanntgegeben eine eigene globale Kryptowährung, den Stablecoin Libra, entwickeln zu wollen. Dies hatte zahlreiche Regulierungsbehörden und Politiker auf den Plan gerufen. Mitte Juli ist eine Anhörung von Facebook im US-Kongress und Senat geplant.

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In den USA macht indes ein Zusammenschluss von 30 den Demokraten nahestehender zivilgesellschaftlicher Interessensvertretungen gegen den geplanten Facebook-Coin mobil. In einem offenen Brief an die Politik fordern sie einen Aufschub des Krypto-Projekts: Bei Libra blieben wichtige Fragen zur nationalen Souveränität, Unternehmensmacht, Verbraucherschutz, Wettbewerb, Geldpolitik, Datenschutz und mehr unbeantwortet, so das Argument.

Autor: Ferdinand Hammer

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