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Krypto-Experte Martin Schmidt: „Bitcoin wird als Hedge gegen Zentralbankpolitik genutzt“

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
09.07.2019, 10:18  |  1893   |   |   
Hype, Kursabsturz und schnelles Comeback. So könnte man die Entwicklung von Bitcoin und Co. in den zurückliegenden achtzehn Monaten zusammenfassen. Martin Schmidt, Partner bei Postera Capital, ist überzeugt, dass Anleger Bitcoin & Co. als Absicherung gegen die Zentralbankpolitik nutzen und so den Preis nach oben treiben. Auch wenn es nach dem großen Hype um den Jahreswechsel 2017/18 herum erstmal recht ruhig um die Themen Blockchain und Kryptoassets wurde – Entwickler, Start-Ups und auch einige große Unternehmen haben im letzten Jahr gute Arbeit geleistet. Diese in Branchenkreisen "Krypto-Winter" genannte Zeit wurde genutzt, um Projekte und Produkte weiterzuentwickeln.
Im Bitcoin-Umfeld beispielsweise wurde das sogenannte Lightning Netzwerk, das schnelle und günstige Zahlungen ermöglicht, maßgeblich weiterentwickelt. Aber auch auf der Investment-Seite hat sich viel getan: Renommierte Vermögensverwalter wie Fidelity haben ganz konkrete Pläne vorgestellt, um ihren Kunden den Kauf und die Verwahrung von Kryptoassets wie Bitcoin oder Ether zu ermöglichen. In Deutschland ist beispielsweise die Börse Stuttgart sehr aktiv.


Weitere Anbieter wie das Start-Up Coindex stehen in den Startlöchern, hier geht es um eine indexbasierte Anlage in ein gestreutes Krypto-Portfolio für Privatanleger. Die Kursentwicklung in einem so jungen Markt wie in dem für Kryptoassets ist immer ein Stück weit spekulativ, es gibt Über- und Untertreibungen. Die jüngsten Kursanstiege reflektieren aber nicht zuletzt die Fortschritte, die die gesamte Kryptobranche im letzten Jahr gemacht hat.
Bitcoin verzeichnet die größte Nachfrage
In der aktuellen Kursrally wird insbesondere der Bitcoin, das "Leit-Asset" des Krypto-Universums, nachgefragt. Hier konnte im Juni wieder die 13.000 US-Dollar Marke überschritten werden, zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr. Dies hat verschiedene Gründe: Einerseits hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Kryptoassets auch nach dem Hype Ende 2017 nicht plötzlich wieder verschwinden. Fördernd wirkt aber auch die Unsicherheit der aktuellen Geldpolitik.
Viele Anleger bewerten die Strategien der Zentralbanken und der offensichtliche Versuch einer Beeinflussung durch die Politik kritisch. Sie suchen Möglichkeiten, Mittel abseits der traditionellen Märkte zu investieren. Der Bitcoin wird quasi als Hedge gegen eine langfristig nicht nachhaltige Geldpolitik genutzt.

 Aber auch andere Krypto-Assets konnten Kurszuwächse verzeichnen. Hier wirkt sich die stetige Entwicklung der Anwendungs-Szenarien positiv aus: Der Einsatz von Smart Contracts in vielen Bereichen der Wirtschaft basiert zum Beispiel auf der Ethereum-Blockchain. Jeder Einsatz solcher Smart Contracts erhöht die Nachfrage nach dem Ether-Token, das wirkt unterstützend für den Kurs. Auch Anwendungen auf Basis der Stellar-Blockchain, oder innerhalb des Ripple-Bankenkonsortiums sind positiv für die Kurse der entsprechenden Token.
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