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„Fußnote“ KMU-Anleihen – Kommunikation als Bringschuld

Nachrichtenquelle: Anleihen Finder
09.07.2019, 16:05  |  268   |   |   


Ein Blick auf den KMU-Anleihen-Markt von Thomas Mühlberger

Transparente und kontinuierliche Kommunikation ist ein wesentlicher Baustein für den langfristigen Erfolg am Kapitalmarkt. Noch nicht alle Anleiheemittenten haben dies verinnerlicht. Die Herbstkonferenz bietet eine neue Plattform.

„Anleiheinvestoren werden in der zweiten Jahreshälfte wählerischer und nur noch bei ausgesuchten, qualitativ hochwertigen Emissionen zugreifen“, haben wir in unserer letzten Fußnote prognostiziert. Qualitativ hochwertiger meint damit aber nicht nur ein stabiles Rating, einen gesunden Cashflow und eine positive Unternehmensentwicklung. Genauso wichtig ist eine transparente und regelmäßige Kommunikation mit Investoren, Analysten und Medien. Das gilt umso mehr, sollte sich die Konjunktur tatsächlich eintrüben. Denn Anleger reagieren verschreckt auf schlechte Nachrichten. Nur, wer die Investoren erfolgreich mitnimmt, kann sich einer negativen Stimmung am Gesamtmarkt entziehen.

Vertrauen

Doch viele Unternehmen mit laufenden Bonds haben hier Nachholbedarf. Anders als am Aktienmarkt, wo eine kontinuierliche Kommunikation den meisten Emittenten in Fleisch und Blut übergegangen ist, reduzieren viele Anleiheemittenten den Newsflow sobald das Geld eingesammelt ist immer noch auf das Nötigste. Insbesondere dann, wenn sie nicht börsennotiert sind. Vertrauensbildende Maßnahmen ausschließlich bei der Emission reichen aber nicht aus. Wer in eine Anleihe mit fünfjähriger Laufzeit investiert, möchte regelmäßig über alle wesentlichen Entwicklungen informiert werden.

Die Informationen sollten dabei immer dem Adressaten gerecht werden. Steht bei Aktien in der Regel die Equity Story im Mittelpunkt jeglicher Kommunikation, interessieren sich Anleihezeichner vor allem für die Schuldendienstfähigkeit des Emittenten. Es muss nachvollziehbar dargelegt werden, dass das Unternehmen jederzeit in der Lage ist, die Zins- und Tilgungsleistungen durch das operative Geschäft zu erwirtschaften. Kennzahlen wie das Verhältnis von Zinskosten oder Nettoverschuldung zum operativen Ergebnis sind von besonderer Bedeutung.

Doch gemäß einer Auswertung der IR-Agentur IR.on für das Jahr 2018, scheitern viele Emittenten bereits an den Basics. Von den 30 Emissionen des vergangenen Jahres erfüllen demnach nur 12 in vollem Umfang die grundlegenden Anforderungen (IR-/Anleiherubrik vorhanden und leicht auffindbar, Prospekt/Anleihebedingungen verfügbar, maßgebliche Finanzberichte veröffentlicht, relevante Finanzmitteilungen unter IR verlinkt, expliziter IR-Kontakt). Bei 10 der 12 „Musterschüler“ handelt es sich dabei um Wiederholungstäter.

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