DAX+0,26 % EUR/USD-0,04 % Gold-1,41 % Öl (Brent)+1,38 %
ROUNDUP 2: Keine Entspannung zwischen USA und Iran - Sondersitzung zu Atomdeal
Foto: kodda - 123rf Stockfoto

ROUNDUP 2 Keine Entspannung zwischen USA und Iran - Sondersitzung zu Atomdeal

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
10.07.2019, 17:52  |  1330   |   |   

(neu: Trump-Tweet)

WIEN/WASHINGTON (dpa-AFX) - Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist keine Entspannung in Sicht. US-Präsident Donald Trump drohte der Führung in Teheran am Mittwoch mit einer weiteren Verschärfung der Sanktionen und warf ihr vor, sie habe seit langem heimlich Uran angereichert. Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) kam zu einer Sondersitzung zusammen, um über die ungewisse Zukunft des Atomabkommens zu beraten.

Das Abkommen von 2015 sollte den Iran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden. Aus Sicht der Trump-Regierung wird der Iran aber durch den derzeitigen Deal nicht dauerhaft an der Entwicklung von Nuklearwaffen gehindert. Die USA waren im Mai 2018 einseitig aus dem Abkommen ausgeschert und hatten scharfe Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt. Teheran hatte zuletzt höhere Uranvorräte als erlaubt. Auch die zulässige Obergrenze bei der Anreicherung des Urans war jüngst überschritten worden. Der Iran bestreitet, Atomwaffen bauen zu wollen.

Die USA warfen dem Iran bei der Sitzung in Wien vor, mit seinem Teilausstieg aus dem Abkommen die internationale Gemeinschaft erpressen zu wollen. "Irans aktuelle Position in Atomfragen zielt klar auf eine Eskalation der Spannungen statt auf deren Entschärfung", sagte die US-Botschafterin Jackie Wolcott. Sie rief Teheran daher auf, den Teilausstieg rückgängig zu machen.

Gleichzeitig betonte Wolcott, dass die USA "zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen" bereit seien. Sie bot dem Iran die Möglichkeit zu einer vollständigen Normalisierung des Verhältnisses an. "Wir sind weiterhin bereit und warten auf entsprechende diplomatische Bemühungen", sagte Wolcott. Der einzige Weg, um eine Entlastung von den Sanktionen zu erreichen, sei über Verhandlungen und nicht über eine "atomare Erpressung".

Trump schrieb wenig später auf Twitter, der Iran habe seit langem heimlich angereichert und gegen das Atomabkommen verstoßen. Die Sanktionen gegen Teheran würden in Kürze "erheblich" erweitert, kündigte er an. Es blieb zunächst unklar, welche Maßnahmen die USA konkret in die Wege leiten könnten. Die Wirtschaftssanktionen sind bereits sehr weitreichend. Trumps Regierung will die iranische Führung damit dazu bringen, ein neues Abkommen auszuhandeln.

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel