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Goldpreis;Gold;FED-Zinsen;ETFs Die derzeitigen Goldpreis Einflussfaktoren sind...

11.07.2019, 12:17  |  840   |   |   

Der Goldpreis erreichte im Juni neue Verlaufshöchststände. Mehrere Gründe gab es dafür. Zum einen spielten Erwartungen an fallende Zinsen eine Rolle. Daraus folgend fiel der US Dollar. Gleichzeitig schien das Marktrisiko aufgrund des Handelskonflikts und dem Iran-Konflikt erhöht gewesen zu sein. 

ETF-Flows und Angebot-Nachfrage-Verhältnis

Wir haben im Rahmen mehrerer Artikel bei uns auf der Webseite, dailyfx.com/de , darauf hingewiesen, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Nachfrage, die im vergangenen Jahr bestand, sich auch in diesem fortsetzen würde. Per Ende Mai bestand gar ein Angebotsüberhang. Im langfristigen Vergleich ist die Nachfrage zwar erhöht, doch in den letzten Quartalen gab sie sichtlich nach. Auch die allseits genannten Zentralbankkäufe gingen wieder zurück.

Die so oft betrachteten ETF-Flows signalisieren zwar ein erhöhtes Interesse seitens der Investoren, allerdings sind diese dem Goldpreis selbst nachlaufend und nicht als indikativ zu verstehen. Die aktuell verhängten Import-Zölle auf Goldschmuck nach Indien, dürften zudem die saisonale Nachfrage belasten. Dementsprechend wird deutlich, dass die aktuell wichtigsten Einflussfaktoren für den Goldpreis weiterhin Erwartungen an niedrigere Zinsen sind sowie der Stand des US Dollars. 

Das World Gold Council Modell

In diesem Zusammenhang hat der World Gold Council ein interessantes, quantitatives Modell erstelllt, dass die wichtigsten Einlfussfaktoren definiert. Diese Faktoren wiederum werden von ihren eigenen wichtigsten Paramtern bestimmt. So wird beipsielsweise der Faktor "Marktrisiko" von den Parametern relative Performance zwischen Aktien und Anleihekursen, der impliziten Goldpreis-Volatilität, FED Asset-Käufen, dem Ölpreis sowie der Break-Even Inflation, bestimmt. Eine gewisse Plausibilität ist durchaus ersichtlich. Die Einflussfaktoren auf den Goldpreis sind demzufolge:

  1. Wohlstand (Nachfrage nach Schmuck und nach Kapitalanlage)
  2. Marktrisiko
  3. Opportunitätskosten in Form von Zinsen (fallende / steigende Zinsen)
  4. Opportunitätskosten in Form von Währungsentwicklung (fallender / steigender US Dollar)
  5. Momentum und Trend-Investments
  6. Nicht erfassbar

 

Die laut WGC im Juni wichtigsten Einflussfaktoren waren geringere "Oppruntunitätskosten gegenüber der Verzinsung", gefolgt von Momentum-Investments sowie Erwartungen an geringere "Opportunitätskosten in Form von Währungsentwicklung", also einem fallenden US Dollar. Erstaunlicherweise hatte der Faktor "Marktrisiko" nur einen geringfügigen Einfluss auf den Goldpreis im Monat Juni. 

Gehen wir davon aus, dass diese Faktoren ihre Relevanz noch für ein Weilchen beibehalten, dann dürfte der Goldpreis auf steigende Zinssenkungswahrscheinlichkeiten am meisten reagieren.

Wer keine Sorgen hat, macht sich welche

Dass er es jetzt bereits tut, nachdem FED Pärsident, Jerome Powell, gestern in seiner Aussage dovisher klang, ist damit nicht verwunderlich. Gleichzeitig betonte Powell, seine Sorge gelte der Inflationsentwicklung.

Zur Erinnerung: Die US Kerninflation liegt bei 2 %, die durchschnittlichen Stundenlöhne bei 3,6 % und das Inflationsmaß der FED, der PCE Kern-Deflator bei 1,9 %. Wo genau liegt die Sorge noch mal begründet?

Wie dem auch sei, Fakt ist, dass eine bereits nahe am Ziel begfindliche Inflation eine höhere Basis bietet, von der aus sie leichter überschießen kann, wenn es mehrere Zinssenkungen in Kürze gibt. Und wir wissen alle, dass Gold ebenso als Inflationsschutz gilt.

Da jedoch nicht wirklich klar ist, ob die FED auch ernst macht, unter den aktuell gegebenen Umständen, dürfte es trotzdem nicht in einer Tour aufwärts gehen. Sofern sich jedoch dovishe Töne weiter etablieren, dürfte der Goldpreis vorerst stabil bleiben.

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