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Dollar schwächelt, Gold haussiert: Niedrige Zinsen für immer?

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
11.07.2019, 12:24  |  961   |   |   

Federal Reserve-Boss Jerome Powell hat keinen Zweifel mehr gelassen: die US-Notenbank wird noch diesen Monat die Zinsen senken. Das schwächt den Dollar, drückt die Bondrenditen und sorgt für Rückenwind beim Goldpreis und bei den Goldaktien. So mancher Fondsmanager erwartet bereits „für immer“ niedrige Zinsen!

Zinssenkungen voraus! Federal Reserve schwenkt um!

Alle Welt schaltet schon wieder um. Das „Experiment“, die Zinsen zu erhöhen, um endgültig aus dem Finanzkrisen-Dilemma zu kommen, kann weltweit als gescheitert betrachtet werden. Als letzte relevante Notenbank der Welt wird wohl noch im Juli die Federal Reserve auf den Zinssenkungsmodus umstellen. Deren Präsident Jay Powell hatte dies gestern deutlich gesagt und auf die Unsicherheiten in Folge des US-Handelskriegs verwiesen. Hinzu kommt: Mit Judy Shelton und Christopher Waller werden wahrscheinlich zwei Befürworter von niedrigen Zinsen alsbald in das Präsidium der US-Zentralbank einziehen. Sie sind jedenfalls die Kandidaten, die Donald Trump vorgeschlagen hat. Mit den Aussagen von Powell dürfte auch der US-Präsident zufrieden sein, der seit Monaten auf Zinssenkungen drängt. Offenbar läuft es für die „greatest economy ever“ wohl doch nicht so gut.

Schlechte Aussichten für den Dollar

Klar ist damit auch: Der Dollar dürfte in den kommenden Monaten verlieren, was das Ziel von Trump ist, um die eigene Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen. Unterstützung bekommt er dabei von der demokratischen Präsidentschaftsanwärterin Elizabeth Warren, die jüngst eine „aktive Steuerung des USD-Wechselkurses“ befürwortete, um die Wirtschaft zu stützen. Die Analysten der Commerzbank schließen in ihrer jüngsten Dollaranalyse: „Für den US-Dollar sind das langfristig gesehen schlechte Nachrichten.“ Doch auch die Investoren rund um den Globus sind skeptisch für den Greenback. Der Dollar gab nach der Zinssenkungsankündigung von Powell kräftig nach. Und auch die Renditen von US-Bonds mussten Federn lassen. „Vielen Investoren bleibt nur der Aktienmarkt“, meinte auch Martin Stürner auf einer Veranstaltung gestern in Frankfurt. Der Manager des PEH Empire Fonds erwartet quasi niedrige Zinsen „für immer“. Daher falle für seine Fondsgesellschaft der Bondmarkt „bis auf weiteres“ als Anlagealternative weg. Stürner setzt voll auf die Schwergewichte der Globalisierung wie Apple, Amazon oder Mastercard. Und auch die breite Investorenschaft setzt auf weiter steigende Aktienkurse. Der S&P 500 markierte gestern ein neues Allzeithoch.

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