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ROUNDUP 3: Iran soll britischen Tanker in der Straße von Hormus bedrängt haben
Foto: Georg Henrik Lehnerer - 123rf Stockfoto

ROUNDUP 3 Iran soll britischen Tanker in der Straße von Hormus bedrängt haben

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
11.07.2019, 19:25  |  955   |   |   

(neu: Festnahme von Kapitän und Erstem Offizier iranischen Supertankers.)

LONDON/WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Nach einem weiteren Vorfall mit einem Öltanker in der Golfregion wächst die Angst vor neuen Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen. Nach britischen Angaben ist es in der Straße von Hormus am Mittwoch zu einem Zwischenfall mit einem Handelsschiff gekommen. Die Regierung in London erklärte am Donnerstag, dass sich drei iranische Boote in der Meerenge dem Öltanker "British Heritage" genähert hätten. Sie hätten "entgegen internationalem Recht" versucht, das Handelsschiff an der Durchfahrt zu hindern. Teheran bestritt dagegen, an einem Vorfall mit einem britischen Schiff beteiligt gewesen zu sein.

Die Fregatte "HMS Montrose" der Royal Navy sei gezwungen gewesen, sich zwischen den iranischen Booten und der "British Heritage" zu positionieren und verbale Warnungen an die Boote abzugeben, sagte ein Regierungssprecher in London. Die iranischen Schiffe hätten daraufhin abgedreht. "Wir sind über diese Aktion beunruhigt und fordern die iranischen Behörden weiterhin dringend auf, die Situation in der Region zu deeskalieren" hieß es weiter. Auch der britische Außenminister Jeremy Hunt sprach von "sehr beunruhigenden Entwicklungen". Der Ölkonzern BP, zu dessen Flotte die "British Heritage" gehört, wollte den Vorfall nicht kommentieren, dankte aber der Royal Navy für ihre Unterstützung.

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) dementierten hingegen, dass es einen Zwischenfall mit einem britischen Schiff im Persischen Golf gegeben habe. "In den vergangenen 24 Stunden hatten wir in der Straße von Hormus keinen Zwischenfall mit ausländischen Schiffen, auch nicht mit einem britischen", erklärten die Revolutionsgarden am Donnerstag auf ihrer Webseite. "Das Ziel solcher wertlosen Unterstellungen ist es lediglich, Spannungen zu provozieren", sagte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif der Nachrichtenagentur Fars.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt. Sie verbindet die ölreiche Region des Persischen Golfs mit dem Indischen Ozean. Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports. Erst im Juni hatte es im Golf von Oman mysteriöse Attacken auf zwei Tanker gegeben, für die die US-Regierung den Iran verantwortlich machte. Die Führung in Teheran bestreitet dies.

London und Teheran liegen zudem derzeit im Streit über einen iranischen Supertanker, der in der vergangenen Woche vor Gibraltar wegen des Verdachts illegaler Öllieferungen für Syrien festgesetzt worden war. Iran protestierte, bestellte dreimal den britischen Botschafter in Teheran ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Der Oberste Gerichtshof des britischen Überseegebietes hat inzwischen angeordnet, dass das Schiff mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf. Am Donnerstag gab die Polizei in Gibraltar zudem bekannt, dass der Kapitän und der Erste Offizier des Supertankers festgenommen wurden. Sie würden nun zu den Vorwürfen befragt, hieß es. Gibraltar am Südzipfel der Iberischen Halbinsel steht seit 1713 unter britischer Souveränität.

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