DAX-0,87 % EUR/USD-0,02 % Gold+0,02 % Öl (Brent)-2,12 %

Daimler dämpft Erwartungen noch weiter

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
12.07.2019, 13:16  |  627   |   |   

STUTTGART (dpa-AFX) - Die Serie der schlechten Nachrichten für Daimler und seinen neuen Vorstandschef Ola Källenius reißt nicht ab. Zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Wochen muss der Autobauer seine Erwartungen für 2019 nach unten korrigieren. Die Verkaufszahlen bleiben mau, die diversen Probleme unter anderem mit dem Diesel, die den Konzern schon lange plagen, werden nun wohl noch viel teurer als gedacht. Daimler legt weitere Milliarden auf die hohe Kante, um sich gegen Risiken zu wappnen. Und das hat Folgen: Im operativen Geschäft wird am Ende des Jahres noch weniger Gewinn übrig bleiben als 2018, wie Daimler am Freitag ankündigte.

Eigentlich hätten Källenius und sein ebenfalls neuer Finanzchef Harald Wilhelm die Zahlen für das erste Halbjahr erst übernächste Woche verkünden sollen. So schlecht, wie die Zwischenbilanz nun ausfiel, konnte Daimler so lange allerdings nicht warten. Ein Verlust von 1,6 Milliarden Euro steht im zweiten Quartal nach vorläufigen Zahlen im operativen Geschäft zu Buche. Damit liege man "signifikant unter den Markterwartungen", teilte Daimler mit. Entsprechend schockiert reagierte die Börse am Freitag.

Daimler-Aktien starteten zunächst deutlich schwächer und verloren bis zu 4,5 Prozent. Auch andere Werte aus der Branche gerieten deutlich unter Druck. Bis zum Mittag entschärfte sich die Situation jedoch, zuletzt lagen Daimler mit rund einem halben Prozent im Minus. Analyst Patrick Hummel von der UBS verwies auf Sondereffekte als Hauptgründe für die "massive Gewinnwarnung". Aber auch das bereinigte operative Ergebnis sei schwächer als gedacht, so Hummel. Hinter dem überraschenden Ausmaß der Warnung vermutet der Experte aber auch ein gewisses Großreinemachen des neuen Managements.

Für Källenius könnte zum Einstieg allerdings kaum noch mehr zusammenkommen. Schon im Juni hatte Daimler einen hohen dreistelligen Millionenbetrag zurückgelegt, um für die Folgen des Dieselskandals gewappnet zu sein. Der Autobauer muss Hunderttausende Mercedes-Fahrzeuge zurückrufen und nachbessern, weil darin nach Auffassung der Behörden die Steuerung der Abgasreinigung manipuliert wurde. Daimler sieht das nicht so, kooperiert nach eigenen Angaben aber mit den Behörden.

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel