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Nießbrauch Das passende Modell zur Immobilienverrentung - Nießbrauch hat die meisten Vorteile

15.07.2019, 12:36  |  569   |   |   

Von Otto Kiebler, Gründer und Geschäftsführer, HausplusRente

Millionen älterer Menschen in Deutschland haben schon einmal über den Verkauf ihrer Immobilie nachgedacht, obwohl sie sich darin doch eigentlich wohl fühlen. Die Gründe sind vielfältig: Einige wünschen sich ein höheres Einkommen. Nachdem sie jahrzehntelang gearbeitet und sich eingeschränkt haben, möchten sie im Alter einen gewissen Lebensstandard genießen. Andere möchten gerne reisen und wollen ihre Urlaubskasse auffüllen. In wieder anderen Fällen sind Kinder oder Enkelkinder vorhanden, die die Senioren gerne unterstützen oder beschenken möchten, anstatt lediglich nach dem Tode zu vererben. Doch das Eigentum, in dem man einen Großteil seines Lebens verbracht hat, möchte man verständlicherweise nicht verlassen.

Die Immobilienverrentung ist eine attraktive Möglichkeit, die eigene Rente stark aufzubessern. Dabei können Immobilieneigentümer ihr in der Immobilie gebundenes Vermögen in liquides Barvermögen umwandeln und dabei trotzdem in den heimischen vier Wänden wohnen bleiben. Die aktuell sehr hohen Immobilienpreise sind ein weiterer Anreiz. Selten konnte man mit dem Verkauf von Immobilien so gutes Geld verdienen, doch wer weiß, wie der Markt in zehn oder 20 Jahren aussieht?

Die Immobilienverrentung ist in angelsächsischen Ländern heute schon relativ verbreitet, doch in Deutschland gibt es immer noch zu viele Menschen, die noch nie davon gehört haben. Dabei gibt es auch und gerade für deutsche Senioren attraktive Möglichkeiten, sich durch Immobilienverrentung die eigenen Wünsche zu erfüllen. Hierzulande existieren derzeit drei Modelle, die sich in wesentlichen Punkten unterscheiden. Jedes Modell hat Vor- und Nachteile. Es gilt, genau abzuwägen. Bei den drei Modellen handelt es sich um Verkauf mit Rückmietung, Leibrente und das Nießbrauch-Modell.

Drei gängige Modelle in Deutschland
Die vermeintlich naheliegende Lösung besteht darin, dass der Eigentümer seine Immobilie verkauft und mit dem Käufer einen Mietvertrag abschließt, so dass er faktisch zum Mieter der vormals eigenen Wohnung wird. Dabei erhält er sofort den vollen Marktwert seiner Immobilie, hat jedoch auch "nur" noch Mieterrechte - andere Menschen entscheiden darüber, was mit dem eigenen Zuhause geschehen soll. Das ist für viele Eigentümer nur schwer zu ertragen. Das vertraglich verbriefte Mietrecht sowie das relativ mieterfreundliche deutsche Rechtsumfeld garantieren scheinbar, dass der Verkäufer sein Haus oder seine Eigentumswohnung bis an sein Lebensende bewohnen kann. Doch wird diese Garantie auf die Probe gestellt, wenn der Käufer die Immobilie weiterverkauft. Falls der zweite Käufer nunmehr Eigenbedarf anmeldet, kann es zu unangenehmen Konflikten kommen. Hinzu kommt natürlich, dass der vormalige Wohneigentümer nun Miete bezahlen muss, die der neue Eigentümer im Rahmen des rechtlich Möglichen anheben kann. Dies relativiert natürlich die Höhe des erhaltenen Kaufpreises. Ein solches Modell kann jedoch dann sinnvoll sein, wenn der Eigentümer seine Immobilie in einem absehbaren Zeithorizont sowieso verlassen möchte, also beispielsweise auf einen Platz in einer Seniorenresidenz wartet oder in die Nähe seiner Kinder ziehen möchte.

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