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US-Indizes stehen zeitgleich an wichtigen Widerstandslinien

Gastautor: Sven Weisenhaus
17.07.2019, 10:18  |  947   |   |   

Sechs Tage in Folge musste der DAX Verluste hinnehmen, bevor er vorgestern wieder zulegen konnte. Das klingt zwar dramatisch, die Kursverluste waren aber sehr moderat. Nur rund 300 Punkte gingen seit dem 5. Juli verloren. Und knapp die Hälfte davon wurde seit dem gestrigen Handelsauftakt schon wieder aufgeholt. Aktuell steht der DAX dort, wo er auch schon vor einer Woche notierte. Und geht es nach der vorgestrigen Verfallstagsanalyse von Torsten Ewert, dann könnte der DAX auch bis zum Ende der Woche noch unter Bewegungsarmut leiden.

Nur vereinzelt dynamische Kursbewegungen

Bereits in der Börse-Intern vom 5. Juli schrieb ich, dass sich der DAX im Handelsverlauf der damaligen Woche mit einer Range von weniger als 200 Zählern begnügte. Der Index schien im Sommerloch angekommen zu sein. Und offenbar dauert dieses seitdem an. Nur einige Einzeltitel tanzten jüngst mit stärkeren Kursbewegungen aus der Reihe, insbesondere wenn Anleger mal wieder eine Gewinnwarnung zu verdauen hatten.

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Das übliche Spiel zur Bilanzsaison

Da die Berichtssaison zum 2. Quartal 2019 gerade erst anläuft, dürften sich diese Einzelfälle noch häufen. Ob sie damit das Zeug haben, auch den Gesamtmarkt zu beleben, bleibt abzuwarten. Die Gewinnerwartungen dürften inzwischen gering sein. Werden diese übertroffen (was meist der Fall ist), ist mit steigenden Kursen zu rechnen, werden sie enttäuscht, sind wohl weitere Rücksetzer zu verdauen. Es ist das übliche Spiel.

Spielt die Wall Street dieses Mal ein anderes Spiel?

Doch in den USA könnte das Spiel dieses Mal anders ablaufen. Denn die Aussicht auf weiterhin billiges Geld seitens der US-Notenbank hat die Aktienindizes dort zuletzt immer weiter nach oben angetrieben. Wenn nun die Geschäftszahlen die Erwartungen übertreffen, könnten damit die Zinssenkungsfantasien gedämpft werden. Zeichnet sich hingegen ab, dass die Handelsstreitigkeiten bereits die Unternehmen und damit die Wirtschaft belasten, könnte dies die Zinserwartungen und damit die Kurse weiter beflügeln.

Wobei zu berücksichtigen ist, dass die Bilanzen zum 2. Quartal 2019 vergangene Entwicklungen widerspiegeln. Die Notenbanken möchten mit ihren geldpolitischen Maßnahmen aber zukünftige Entwicklungen beeinflussen. Und daher wird sich die US-Notenbank kaum von den Unternehmensbilanzen zum 2. Quartal beeinflussen lassen. Die Börse ist allerdings stark stimmungsgetrieben. Und aktuell werden positive Wirtschaftsdaten eben kontra Zinssenkung und negative pro Zinssenkung interpretiert. Ob das bei der Berichtssaison auch so sein wird, bleibt daher abzuwarten.

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