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Egbert Prior Bastei Lübbe hat den turnaround geschafft

Gastautor: Egbert Prior
17.07.2019, 11:31  |  1144   |   |   

Börsengang Oktober 2013. Ausgabepreis 7,50 Euro. Mit dem Schritt an den Kapitalmarkt wollte der Traditionsverlag, vielen bekannt als Herausgeber von Groschenromanen wie „Jerry Cotton“ oder „Der Bergdoktor“, den Wandel zu einem internationalen und „multimedialen Medienhaus“ schaffen. Aber die Ambitionen waren zu hoch gegriffen, die Strategie führte zu horrenden Verlusten. Im Geschäftsjahr 2017/18 (per 31.3.) fiel bei einem Umsatz von 140 Millionen ein operativer Verlust von 18 Millionen an. Die tiefroten Zahlen sind das Ergebnis der Aufräumungsarbeiten von dem neuen Vorstandschef Carel Halff. Vor allem waren Abschreibungen auf Autorenhonorare und eine Neubewertung der Beteiligungsegesellschaften fällig. Dabei stellte sich heraus, daß mit einer einzigen Ausnahme (Spieleentwickler Daedalic), sämliche scheinbar neuartige Trends verkörpernde Beteiligungen – Internetplattformen für Streaming und Hobbyautoren, digitaler Büchershop – nahezu wertlos waren. Die Roßkur schlägt an. Zwar ist der Umsatz mit der Konzentration auf das klassische Geschäft, beispielsweise langfristige Verträge mit Bestsellerautoren wie Dan Brown oder Ken Follett, kräftig geschrumpft. Im Geschäftsjahr 2018/19 gingen nur noch 95 Millionen durch die Bücher, nach 140 Millionen im Vorjahr. Vor allem macht sich hier der Verkauf des Großhändlers Buchpartner bemerkbar. Operation gelungen, Patient lebt! Die Kölner schreiben wieder schwarze Zahlen. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 0,9 Millionen. Jetzt will CEO Halff die Weichen für profitables Wachstum stellen. Bastei Lübbe möchte vor allem in Autoren investieren. Darüber hinaus profitieren die Rheinländer von einem Boom der Hörbücher. Für das neue Geschäftsjahr 2019/20 rechnet der Verlag mit einem Konzernumsatz zwischen 85 und 87 Millionen, das Ebit soll zwischen 3,5 und 5,3 Millionen landen (nach 2,7 Millionen). Die Aktie sendet Lebenszeichen. Aktuell 2,94 Euro. Im Tief war die Notiz Ende letzten Jahres bis auf 1,59 Euro abgesackt. Börsenwert momentan lumpige 39 Millionen. Die Marktkapitalisierung liegt damit geringfügig über dem Buchwert (36 Millionen). Mittelfristig möchte Bastei Lübbe den Umsatz – Buch, Romanhefte, Spiele – auf rund 100 Millionen schrauben, die Ebit-Marge soll zwischen 6 und 8% landen. Fazit: Traditionsverlag besinnt sich auf die Wurzeln. Die Aktie hat weiteres Potential.

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Bastei Luebbe


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