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Maas warnt vor Krieg am Golf - USA schicken Soldaten in die Region
Foto: Chris Boswell - 123rf Stockfoto

Maas warnt vor Krieg am Golf - USA schicken Soldaten in die Region

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
21.07.2019, 14:38  |  1073   |   |   

LONDON/TEHERAN (dpa-AFX) - Der Iran hat Großbritannien in der Tankerkrise vor einem militärischen Eingreifen gewarnt. Seit die iranischen Revolutionsgarden einen Ölfrachter unter britischer Flagge in ihrer Gewalt haben, schaukelt sich die Konfrontation hoch. Die USA wollen zur Abschreckung Soldaten nach Saudi-Arabien entsenden. US-Präsident Donald Trump sagte den verbündeten Briten enge Abstimmung in der Krise zu. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) befürchtet den Ausbruch eines Krieges in der Region.

Die Krise trifft Großbritannien in innenpolitisch turbulenten Zeiten angesichts des ungelösten Brexits und des Rücktritts der konservativen Regierungschefin Theresa May. Vermutlich der in der eigenen Partei umstrittene frühere britische Außenminister Boris Johnson übernimmt am kommenden Mittwoch Mays Posten.

Der iranische Botschafter in Großbritannien, Hamid Baeidinedschad, schrieb am Sonntag beim Kurznachrichtendienst Twitter, es gebe politische Kreise in London, die Spannungen jenseits des Tankerstreits wollten. Dies sei gefährlich und unklug. "Der Iran bleibt jedoch entschlossen und ist auf alle möglichen Szenarien vorbereitet", so der Diplomat.

Da der Tanker in den Gewässern des Omans gestoppt worden sei, sprach die britische Verteidigungsministerin Penny Mordaunt von einer "feindlichen Handlung". Ihr Kabinettskollege, Außenminister Jeremy Hunt, schrieb auf Twitter davon, dass der Iran einen "gefährlichen Weg des illegalen und destabilisierenden Verhaltens" beschreite. Dem Sender Skynews sagte Hunt: "Wir sind absolut deutlich, dass es sehr ernste Konsequenzen geben wird, wenn diese Situation nicht schnell gelöst wird."

Für Außenminister Maas ist die Lage am Golf "noch ernster und gefährlicher geworden" als ohnehin schon. Maas sagte der "Bild am Sonntag": "Es geht darum, Krieg zu verhindern." Sollte es zu einer militärischen Eskalation kommen, gäbe es "keine Gewinner, nur Verlierer".

Der Oman drängt Großbritannien und den Iran zu einer diplomatischen Lösung. Man stehe mit mehreren Seiten in Kontakt, um die sichere Fahrt der Schiffe durch die Straße von Hormus zu garantieren, twitterte das omanische Außenministerium am Sonntag. Anders als die restlichen Golfstaaten pflegt der Oman gute Beziehungen zum Iran.

Der Zwischenfall am Golf belastete die Börsen und trieb den Ölpreis nach oben. Die Meerenge im Golf von Oman ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch dieses Nadelöhr verschifft.

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